Fantasy Filmfest 2018

Die neuen purpurenen Flüsse

Der Roman und die Verfilmung aus dem Jahr 2001 gelten als wahre Klassiker des Thriller-Genres. Jetzt kommt die Neuauflage von "Die purpurnen Flüsse" als vierteilige Miniserie.
Szene aus "Crimson Rivers"
Das erste Opfer in Pierre Niémans neuem Fall

Ohne Jean Reno, ohne Vincent Cassell und mit größtenteils neuer Geschichte. Ein 1:1 Remake ist diese Neuauflage von Die purpurnen Flüsse nicht geworden. Alles andere wäre auch ernüchternd gewesen, schließlich gilt die gleichnamige erste Verfilmung von Mathieu Kassovitz bei nicht wenigen Thrillerfans fast schon als heilige Kuh. Der Neustart erfolgt stattdessen als vier (etwa 90-100 Minuten lange) Episoden umfassende Miniserie, mitproduziert vom ZDF. Für das Drehbuch zeichnet sich niemand geringeres als Jean-Christophe Grangé verantwortlich, der Autor der Romanvorlage. In diesen vier neuen, in sich abgeschlossenen Geschichten wird die Hauptfigur, der Ermittler Pierre Niémans, mit neuen Fällen konfrontiert, die mit zwielichtigen Gestalten, dunklen Geheimnissen und ominösen Sekten den Geist der Vorlage atmen wollen. Eine dieser Episoden feiert vorab Premiere beim Fantasy Filmfest 2018.

Mordserie im Kloster

Ein Mönch stolpert einen Strand entlang, bevor er tot zusammenbricht. Röchelnd, blutend, seine Hand ist verbrannt. Pierre Niémans (Olivier Marchal) vom Zentralbüro für Gewaltverbrechen wird hinzugezogen und soll den Fall aufklären. Im Kloster stößt er auf Angst und Schweigen. Niémans Spur führt ihn schließlich zu einer provokanten Rockband und einem unheimlichen Kult. Das Original von 2001, in dem es um einen Mordfall an einer Universität in den Alpen ging, verschleierte seine Geschichte noch mit allerhand ungelösten Geheimnissen, die das Publikum auch nach dem Film noch zum Rätseln einladen sollten. Davon kann in dieser Neuauflage nicht die Rede sein, zumindest nicht in dieser vorab gezeigten Episode, die mit dem sinisteren Titel Melodie des Todes daherkommt. Hier wird alles leicht verständlich aufgeklärt, damit der geneigte Krimifan danach beruhigt ins Bett gehen kann und nicht allzu sehr gefordert wird.

Melodie des Todes fühlt sich dabei an wie eine Tatort - Folge mit allerhand Anleihen an die Thriller von Dan Brown. Hier gibt es mysteriöse Tattoos an der Hand der Leiche, religiöse Verschwörungen und Pierre Niémans begibt sich mit einer hübschen jungen Kollegin an seiner Seite auf die Jagd nach einer Sekte. Das ist zum Glück insgesamt äußerst kurzweilig geraten, überzeugt mit einer charismatischen Hauptfigur und bietet im Grunde genommen all das, was man von einem guten Krimi erwartet, sticht in seinem Genre aber auch wenig hervor. Gerade im Vergleich zur Vorlage fehlt es dieser Neuverfilmung einfach an unheimlicher Atmosphäre und Spannung. Melodie des Todes bedient sich allzu oft altbackener Klischees. Da ist das nächste Mordopfer immer genau die Person, die gerade des Rätsels Lösung liefern könnte, der Ermittler gerät natürlich selbst in Gefahr und die Aufklärung bietet ausgerechnet die unscheinbarste Person in der Geschichte, die die Motive des Täters im fünfminütigen Gespräch schnell erklärt. Nach 90 Minuten hat es dieser Krimi dann eben doch eilig, schnell ans Ende zu gelangen.

Fazit

Die erste Folge dieser vierteiligen Neuverfilmung von Die purpurnen Flüsse macht Lust auf mehr und bietet grundsolide Fernsehkrimi-Unterhaltung, lässt aber den gruseligen Mysteryfaktor des Originals vermissen und hätte ruhig noch etwas wagemutiger ausfallen können.

 

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"Die purpurnen Flüsse" erscheint am 23. November 2018 auf DVD und Blu Ray.

Die Ausstrahlung der Serie erfolgt Anfang November im ZDF Montagskino.

 

Die Folge "Melodie des Todes" feiert vorab Premiere beim Fantasy Filmfest 2018 in fünf deutschen Städten.

Screening-Termine

BERLIN – 16 Sep / 12.00 Uhr
MÜNCHEN – 22 Sep / 12.00 Uhr
HAMBURG – 23 Sep / 12.00 Uhr
KÖLN – 23 Sep / 12.00 Uhr
FRANKFURT – 23 Sep / 12.00 Uhr