Die Kolumne

Zwischen den Jahren

Die Kolumne. Immer freitags und immer mit den guten Fragen der Woche. Diesmal: Raphaela Fietta über das vergangene Jahr und ihre Wünsche für 2018.
Kolumne, Symbolbild, Redaktion
Was ist in dieser Woche passiert? Unsere Kolumnisten haben sogar Antworten, wenn sie gar nicht gefragt werden.

Die Kolumne zum Nachhören:

Kolumnistin Raphaela Fietta über ihre Gedanken zum Jahreswechsel.
 

Da sind wir wieder: Zwischen den Jahren. Wenn 2017 zu Ende geht und 2018 noch nicht da ist. „So schnell ist das Jahr wieder vorbei“, werden Sie vielleicht sagen... Und die Zeit nutzen, um noch einmal über dieses 2017 nachzudenken.

Gerade haben wir Weihnachten hinter uns gebracht. Mit viel Familie und Geschenken. Und als wir besinnlich unter dem Weihnachtsbaum saßen, haben wir alle auch mal ein bisschen gelogen bei dem ein oder anderen: „Oh danke“ und „Das ist ja schön!“

Kein leichtes Jahr

Und da sind wir wohl in bester Gesellschaft. In einem Jahr, in dem in den USA ein Mann Präsident geworden ist, der nicht lügt, sondern „alternative Fakten“ erzählt. In dem deutsche Journalisten in der Türkei in Haft sitzen, weil sie die Wahrheit ausgesprochen haben. Und in dem es wieder Terroranschläge gegeben hat. In Manchester, Barcelona und in Hurghada.

Das ist doch alles viel zu weit weg, werden Sie vielleicht sagen. Aber das betrifft auch uns. Der Populismus ist in den deutschen Bundestag eingezogen. Und dann kommt Innenminister De Maizière und fordert nach den Ausschreitung beim G20 Gipfel, dass Leipzig härter gegen Linksextremisten vorgehen müsse. Als ob die Linken unser einziges Problem wären!

Stehen wir auf für unsere Überzeugungen

Aber war 2017 wirklich ein so negatives Jahr? Das glaube ich nicht. Viel eher glaube ich, dass wir uns für das kommende Jahr viel mitnehmen können. Stehen wir auf für unsere Überzeugungen! Für die Umwelt zum Beispiel: In Leipzig sind in diesem Jahr nämlich die Feinstaubwerte gesunken. Eine tolle Sache für unsere Lungen! Lasst uns auch in Zukunft öfter mal zu Fuß gehen, während der SUV in der Garage einstaubt. Der bessere Staub übrigens. Abgesehen davon, dass die wenigsten Fahrer mit ihren SUVs auch im Straßenverkehr umgehen können. Aber das tut nichts zur Sache. 

Was ich mir für 2018 wünsche

Und wir könnten netter zu einander sein. Ich persönlich hab die Schnauze voll von den Menschen, die an der Supermarktkasse gleich pampig werden, wenn es mal etwas länger dauert. Von denen, die älteren Menschen in der Bahn keinen Platz anbieten, weil sie zu beschäftigt mit ihren Smartphones sind. Achtet ihr eigentlich nur noch auf euch selber? Und apropos „achten“.  

Kolumnistin Raphaela Fietta
 

Ich möchte 2018 mehr als Frau geachtet werden. Ich möchte nicht mehr in Rollenbilder gedrängt oder von Männern bedrängt werden. Lasst uns dieses Frauenbild begraben, das die Harvey Weinsteins dieser Welt vom Mittelalter ins Jetzt geschaffen haben. Das geht auch ganz im Stillen, jeder für sich. Spart euch die superflachen Herrenwitze und hört mit dem Frauen-an-den-Herd-Gelaber auf. Auch Sie, Frau Petry! Es interessiert nämlich niemanden, ob Sie gerne von Ihrem Mann erniedrigt werden wollen. Und lasst uns nicht mehr alle Männer in diese Chauvi-Schublade stecken. Ja, Frauen und Männer sind schon optisch unterschiedlich. Aber wir sind trotzdem alle Menschen. Und ich will, dass unsere Kinder alles erreichen können. Unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Hautfarbe oder ihrer Herkunft!

 

 

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Raphaela Fietta
29.12.2017 - 15:09