Nachbericht: ZUPARKEN Festival

Zwischen Bullis und dem Meer

Inmitten eines Naturschutzgebietes findet man das Festivalgelände des ZUPARKEN. Das Meer begrüßt hier alle - auch verirrte Touri´s, die sich wundern, warum sich so viele VW-Busse, Wohnmobile und Autos bis zum Strand hinunter aneinanderreihen.
zuparken Festival
VW Busse zuparken Festival

Durchatmen und Duschen – die Routine nach einem Festival sieht bei den meisten Menschen wahrscheinlich gleich aus. Wieder in der Realität angekommen, geht dann das Vermissen los. Und die Freude auf das nächste Jahr steigt.

So geht es mit großer Wahrscheinlichkeit auch den Besuchenden des „Zuparken Festivals“, die vom 13. bis zum 16. Juni wieder zahlreich am Kägsdorfer Strand in Mecklenburg-Vorpommern erschienen sind. Inmitten eines Naturschutzgebietes findet man das Festivalgelände. Das Meer begrüßt hier jeden - auch verirrte Touristinnen und Touristen, die sich wundern, warum sich so viele VW-Busse, Wohnmobile und Autos bis zum Strand hinunter aneinanderreihen. Nachdem die Motoren abgeschaltet sind, beginnt das Warten. Der ausgelassenen Stimmung steht das aber nicht im Weg, ganz im Gegenteil. Beifahrerinnen und Beifahrer öffnen ihre ersten Getränke und lassen sich die Sonne direkt ins Gesicht scheinen. 

Ein bisschen Geschichte

Das Zuparken findet bereits seit mehr als zehn Jahren statt. Angefangen hat es damit, dass eine Gruppe von Bulli Fahrenden den Kägsdorfer Strand „zuparken“ wollte. Aus dieser Idee wurde dann ein richtiges Festival und ist seitdem auch gleichzeitig Treffpunkt für alle Bus-Liebhabenden. Dazu gehört auch, dass sich viele Fahrende am ersten Tag am Hafen in Rostock versammeln, um von dort aus dann gemeinsam nach Kägsdorf zu fahren.  

Doch auch Sportbegeisterte sind hier willkommen. Neben zahlreichen kreativen Workshops, wie zum Beispiel basteln von Traumfängern oder Henna, kann sich jeder zum Stand Up paddeln anmelden, beim Zumba direkt am Strand mittanzen oder abends beim Yoga den Tag ausklingen lassen.

Endlich drinnen

Neben den vielen VW Bussen ist natürlich auch Platz für Zelte, denn nicht jeder hier hat das Glück, einen umgebauten fahrbaren Untersatz zu besitzen. In der knalligen Mittagshitze finden wir, die leider auch weder Geld noch Glück haben, einen Platz direkt neben dem Strandaufgang. So richtig schattig ist es zwar nicht, doch weitersuchen klingt für uns in diesem Moment nach deutlich mehr Arbeit.

Die Zelte stehen dann nach einigem Fluchen und mitleidigen Blicken von Besuchenden, die bloß ihren Kofferraum aufklappen müssen, um ein Camp zu errichten. Während ich auf jedem anderen Festival danach wahrscheinlich eine komplette Flasche Wasser über meinen Kopf gekippt hätte, hüpfen wir hier direkt in die Fluten. In weniger als einer Minute stehen wir mitten im Meer und tauchen unter.

Es kann losgehen!

Nachdem jeder abgekühlt und gesättigt ist, erwartet uns der Sonnenuntergang. Zwischen Sitzbänken und Strandkörben aus Europaletten ertönen sanfte Klänge aus einem riesigen Boot aus Holz, das inmitten der tanzenden und lachenden Menge am Strand steht.

Während die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, wehen bunte Tücher vor den dunkelgrauen Wolken – es sieht nach Regen aus.

Doch auch nach den ersten Tropfen verfliegt die gute Stimmung nicht. An der Bühne wird getanzt und aus allen Ecken ertönt Lachen, niemand hier hat schlechte Laune. 

Secret Line-Up

Wer auf den Bühnen spielt, wurde vorher nicht bekannt gegeben. Sowohl Techno als auch Rap und Pop erwarten die Festival Besuchenden hier – ein bisschen was von allem also. Aber egal was läuft, die Fans des Zuparken bleiben gut gelaunt. Hier könnte wahrscheinlich alles von Schlager bis Hardcore laufen und jeder würde fröhlich mitwippen.

Mein persönliches Highlight war dabei der DJ „Beauty and the Beats“. Während tagsüber noch eher zaghafte und beruhigende Musik aus den Boxen klang, bekam die Masse hier eine Welle voller Energie entgegengeschleudert.

Die Musik stand für mich während des Festivals trotzdem nicht im Vordergrund – sie war ein Verstärker für die Atmosphäre, gute Laune und lockere Stimmung, die für jeden fast greifbar war. 

Offen für alle

Das Zuparken ist wirklich ein Festival für jeden Menschen. Ob Natur-, Musik-, Sport-, Bulli- oder einfach Festivalliebhabende - hier ist jeder willkommen.

In einem Jahr geht es dann wieder los am Kägsdorfer Strand und ich bin mir sicher, dass es genauso traumhaft wird, wie auch in diesem Jahr. 

Die Sendung zum Nachhören:

Moderator Til Schäbitz im Gespräch mit Musikredakteurin Celine Schmock über das zuparken Festival
 
 

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Auf einen Blick

- 13. – 16. Juni 2019

- Kägsdorfer Strand in Mecklenburg-Vorpommern

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