Unternehmenszusammenschluss

Zusammenschluss der Kaufhausgiganten

Wenn Unternehmen fusionieren, handelt es sich oftmals um frühere Konkurrenten. Das trifft auch auf Karstadt und Kaufhof zu, die sich nun einig sind und die Verträge zum Zusammenschluss unterschrieben haben.
Fusion mit Kaufhof noch nicht in trockenen Tüchern

Die Verträge sind unterschrieben. Auf dem Papier sind Karstadt und Kaufhof schon so gut wie eins. Das Einzige, was der Partnerschaft noch im Weg steht, ist das Kartellamt.

Begegnung auf Augenhöhe

„Eine Fusion unter Gleichen“. So bezeichnen es die Eigentümer der beiden zur Debatte stehenden Warenhäuser. Aber die Signa Holding aus Österreich (Karstadt-Eigentümer) und die Hudson’s Bay Company aus Kanada (Kaufhof-Eigentümer) kennzeichnen spürbare Unterschiede und auch die Verteilung von Aufgaben und Anteilen in den Verträgen zeigen, wer in dieser Partnerschaft die Oberhand hat.

Noch vor wenigen Jahren hätte für eine Fusion eine ganz andere Ausgangslage bestanden. Während sich Karstadt aus der Pleite hochziehen konnte, ist Kaufhof immer weiter hereingeschlittert. Und das schlägt sich in den beschlossenen Verträgen nieder. Stephan Flanderl, derzeitiger Vorstandsvorsitzender von Karstadt soll in der neu entstehenden Deutschen Warenhaus-Holding die Führung übernehmen. Zudem erhält der Karstadt-Eigentümer Signa Holding 50,01 % der Anteile gegenüber 49,99 % für die Hudsons’s Bay Company. So unbedeutend der Unterschied wirkt: Bei umstrittenen Entscheidungen zwischen den Partnern wäre Signa also richtungsweisend.

Auswirkungen für Leipzig unklar

Konsequenzen der Fusion für die Leipziger Innenstadt sind bisher nicht abzusehen. Unwahrscheinlich ist jedoch, dass im Zuge von Restrukturierung und Einsparungsmaßnahmen, die mit dem Zusammenschluss einhergehen werden, ein Fokus auf den Erhalt der Karstadtfiliale in der Petersstraße gelegt wird. Auch zum Bestehen der Einzelmarken Karstadt und Kaufhof gab es bisher keine Äußerungen der Eigentümer. Zunächst bleibt ohnehin abzuwarten, ob das Kartellamt der Fusion grünes Licht gibt und der neu entstehenden Deutschen Warenhaus-Holding somit den Weg ebnet.

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Studiogespräch von Redakteur Philip Fiedler mit Moderator Max Koterba
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