Stadt teilen: Stötteritz

Zur Zwischenmiete auf dem Rittergut

"Verrücktheit gehört zum Alltag und psychische Erkrankung ist ganz normal". Unter diesem Motto wohnen, arbeiten und leben die Menschen auf dem Gutshof in Stötteritz. Wie sieht dieser Leitgedanke in der Praxis aus?
Herrenhaus Gutshof
Der Wohnkomplex im Herrenhaus

"Ein Clubhaus für psychisch-kranke Erwachsene"

Ulrike Petersen ist Leiterin des Tageszentrums und schon von Anfang an dabei. Der Gutshof wird vom Verein zur Wiedereingliederung psychosozial geschädigter Menschen getragen. Gegründet wurde der Verein 1990 und bezog zwei Jahre später das ehemalige Rittergut in Stötteritz. Ziel des Vereins ist es Menschen mit psychischen Erkrankungen ein Programm zur beruflichen und gesellschaftlichen Wiedereingliederung zu bieten. Dabei vereint der Gutshof drei große Bereiche - man kann hier nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten und seinen Hobbies nachgehen.

Im alten Herrenhaus befindet sich das Hauptwohnheim mit 24 Plätzen. In der Nähe des Gutes gibt es zudem Außenwohngruppen, in denen jeweils drei Personen Wohngemeinschaften bilden. Auch erhalten zur Zeit ungefähr 80 Menschen in ihren eigenen Wohnungen individuelle Unterstützung durch den Verein.
Die Werkstätten auf dem Hof bieten neben einem Berufsbildungsbereich die Möglichkeit sich in verschiedenen Arbeitsfeldern zu betätigen. Derzeit arbeiten circa 100 Menschen in unterschiedlichen Fachbereichen wie Garten- und Landschaftsbau, Montage, Mailing oder Stuhlflechterei.
Ergänzend dazu bietet das Tageszentrum "Vielfalt" ein betreutes Freizeitprogramm mit sportlichen, musikalischen und kreativen Angeboten.

Der Gutshof und seine drei Hauptbereiche

 

"Wir haben alle gemeinsam Spaß hier"

Schon seit einiger Zeit arbeitet Jens in der Küche der Rumpelkammer und ist auch als DJ auf Veranstaltungen zu hören. Seinen beruflichen Wiedereinstieg konnte er durch die Arbeit in den Werkstätten vorbereiten. Damals wie heute engagiert sich Jens im hofeigenen Theater "aHnungslos". Noch immer kehrt er gern zum Gutshof zurück und nutzt die vielfältigen Freizeitangebote des Tageszentrums. So war auch er eifrig am Mittrommeln, als sich Bewohner und Tagesbesucher zum gemeinsamen Musizieren auf dem Innenhof zusammenfanden.

Leben auf dem Hof

 

 

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Nadine Keller, Paul Michaelides
15.10.2015 - 12:25