Weltfrauentag

Zukunft statt Denkmal

„Für mich ist eine Frau vor allem eine Mutter.“ sagte der türkische Präsident Erdogan gestern in einer Rede. In Zeiten von Donald Trump, AfD & Co. gewinnt der Internationale Frauentag dieses Jahr nochmal mehr an Bedeutung.
Wagner-Statue mit Pussyhat

Wie alles begann 

Der Weltfrauentag, der jedes Jahr am 08. März stattfindet, entstand auf Initiative verschiedener sozialistischer Organisationen: 1908 gründete die sozialistische Partei Amerikas das Nationale Frauenkomitee und führte einen Kampftag für das Frauenwahlrecht ein. Auf der zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz 1910 in Kopenhagen forderten die deutschen SPD-Politikerinnen Käte Duncker und Clara Zetkin dann die internationale Ausrichtung des Kampftages. Als das Frauenwahlrecht in mehreren Ländern bis in die 20er Jahre eingeführt worden war, verlor der Frauentag zunehmend an Bedeutung. Dennoch legte die Kommunistische Internationale 1921 den Weltfrauentag auf den 8. März fest. Erst fünf Jahre später wurde der Internationale Frauentag in Deutschland gefeiert. Während der NS-Zeit kam es dann zu einem Verbot des Feiertages, das 1946 in der DDR und 1948 in der BRD wieder aufgehoben wurde. Seitdem wird der Frauentag in Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern jährlich gefeiert und bietet Anlass für gesellschaftspolitische Diskurse zu Frauenrechten.  

„Männer haben Denkmäler –  Frauen haben Zukunft“

Unter diesem Leitspruch läuft die diesjährige Kampagne der Grünen zum Weltfrauentag. Bundesweit bekommen männliche Denkmäler heute die sogenannten „Pussyhats“ aufgesetzt – Pinke Mützen wie man sie von den Anti-Trump-Demos in Amerika kennt. Auch in Leipzig zogen knapp zehn Politiker und Politikerinnen von Die Grünen durch die Innenstadt und statteten bis zu 15 Denkmälern einen Besuch ab. Laut Gesine Märtens, Stadträtin und gleichstellungspolitische Sprecherin von Die Grünen, ist der Weltfrauentag zu einem Tag verkommen, an dem Frauen einfach nur noch eine Rose und Kuchen geschenkt bekommen.

Es braucht viel Zeit, bis der 8. März wieder zu einem Frauenkampftag wird, wo sich Frauen wirklich aktiv für ihre Ziele einsetzen und deswegen bemühen wir uns jedes Jahr um eine besondere Aktion.

Stadträtin Gesine Märtens (Bündnis 90/Die Grünen) 

Unsere mephisto 97.6 Redakteurin hat mit Hannes Zacher, einem Arbeitspsychologen der Universität Leipzig, gesprochen:

Interview zum Weltfrauentag, geführt von Hendrik Zimny
 

Mehr Fakten zum Weltfrauentag:  

Mehr über den Weltfrauentag in Leipzig erfahren Sie im Beitrag von Hendrik Zimny: 

Ein Beitrag zum Weltfrauentag von Hendrik Zimny
 
 
 

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Angela Fischer
08.03.2017 - 19:25

Mehr zur bundesweiten Aktion der Grünen finden Sie hier: http://www.gruene.de/themen/frauenpolitik/2017/maenner-haben-denkmaeler-... 

  

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