Musikwettbewerb

Zukünftige Klassikstars in Leipzig

Ab heute findet der Deutsche Musikwettbewerb erstmalig in Leipzig statt. Noch bis zum 11. März kann man sich in der HMT die jungen Klassikkünstler von Morgen anhören. In diesem Jahr gab es insgesamt 280 Bewerbungen – ein neuer Rekord!
Geige und Notenblatt
Dieses Jahr findet zum ersten Mal in Leipzig der Deutsche Musikwettbewerb statt

Zum 43. mal startete heute der Deutsche Musik Wettbewerb – und das zum allerersten Mal in Leipzig. Zuvor wechselten die Standorte zwischen Bonn und Berlin. Seit 2012 geht der Wettbewerb in jedem ungeraden Kalenderjahr auf Tour. In den geraden Kalenderjahren findet er in Bonn statt. 2017 wird Leipzig die Ehre zu Teil. Seid über 40 Jahren wird der Wettbewerb als ein Projekt des Deutschen Musikrats ausgetragen.

Teilnehmer aller Art

Solisten, Duos, Ensembles und Komponisten können ab dem 27. Februar knapp zwei Wochen lang ihre Talente im Genre der Klassik unter Beweis stellen. Es gibt kaum Voraussetzungen für eine Teilnahme: Man muss Studierender an einer deutschen Musikhochschule sein und die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Auch möglich ist die Teilnahme, wenn man seit Längerem in Deutschland lebt. Als Jungstudierender kann man sich auch der Jury stellen. Dieses Jahr ist die jüngste Teilnehmerin grade einmal 16 Jahre alt. Das Höchstalter variiert in den einzelnen Gruppen. Komponisten dürfen bis zum 35. Lebensjahr antreten. Alle anderen dürfen mit maximal 30 Jahren ihre Bewerbung abschicken.

Premiere auch für die Blockflöte

Insgesamt kann man in 14 verschiedenen Kategorien antreten. Diese variieren in Musikinstrumenten und Teilnehmerzahl. Darunter sind auch Schlagzeug, Klavier, Horn und Flöte. Dieses Jahr können zum allerersten Mal auch Blockflöten ans Werk. Wer nicht nur Beethoven und Mozart hören möchte, ist hier bestens aufgehoben. In der Kategorie „Komposition“ dürfen die jungen Talente ihre eigenen Werke vorstellen. Dazu müssen sie vorher ihre Komposition dem Deutschen Musikwettbewerb schicken und ausgewählte Stücke werden dann vorgetragen.

Persönlichkeit zählt

Die Kammermusiker haben drei Runden zu durchlaufen und die Solisten vier. Die ersten zwei Runden sind die Auswahlrunden. In denen kommen die jeweils Besten einer Kategorie weiter. Die Solisten müssen sich einer dritten Runde vor dem Finale, welches mit dem Orchester der Staatskapelle Halle begleitet wird, stellen. Zum Schluss finden natürlich auch die Preisträgerkonzerte statt. Außergewöhnlich ist bei dem Wettbewerb, dass zwar der Fokus auf der Musik liegt, aber auch das Auftreten und die Darstellung der Teilnehmer in die Auswertung mit einfließen. Dafür ist besonders die dritte Runde der Solisten verantwortlich, denn hier müssen sie sich präsentieren. Die gesamte Performance zählt. Man muss selbst moderieren und begründen, weshalb man welche Werke gewählt hat.

Entscheidungen über Entscheidungen

Die Fachjury besteht insgesamt aus 36 Persönlichkeiten der deutschen, klassischen Musikszene. Zuerst entscheiden die Juroren in ihren Fachgebieten in den ersten zwei Runden. Dort sitzen dann vier bis sechs zusammen Juroren an einem Tisch und entscheiden über das Urteil der Nachwuchstalente. Später, in der dritten und vierten Runde, entscheiden alle Juroren gemeinsam, welche Künstler ausgezeichnet werden. Ab der dritten Runde wird nicht mehr mit Ja oder Nein über eine Zulassung zur nächsten Runde diskutiert, sondern mit Punktzahlen begründet.

Weitaus mehr als Geld

Es kann mehr als einen Preisträger geben, selbst innerhalb einer Kategorie. Doch es kann auch passieren, dass alle leer ausgehen. Eine eigene CD-Produktion, ein Management und Coachings zu verschiedenen Themen wie Interviews und Öffentlichkeit – das alles kann man als Gewinner dieses Preises dann jedoch erwartet. Der Deutsche Musikwettbewerb fördert die jungen Talente insbesondere durch die Vermittlung von Konzerten. Neben diesem Hauptpreis des Wettbewerbs werden noch zahlreiche weitere ausgeschrieben. Der Deutsche Musikwettbewerb und der Deutschlandfunk schreiben jeweils ein Honorar von 2.500 Euro aus. Weitere Sponsoren sind zum Beispiel erstmals die Stadt Leipzig, die Sparkasse Leipzig und das Radialsystem Berlin. Neben Preisgeldern werden auch Stipendien vergeben.

Wann und Wo?

Falls Sie nun Lust darauf haben, sich von der Welt der Musik verführen zu lassen, dann sollten Sie sich das nicht entgehen lassen. Zeit dazu ist noch bis zum 9. März. In eine der Auswahlrunden kann man sich kostenlos reinsetzten. Danach kann man sich am 10. und 11. März die Preisträgerkonzerte anhören. Bei diesen wird ein kleines Entgelt zwischen sieben und 12 Euro fällig. Studierende erhalten eine Ermäßigung und zahlen bloß zwei Euro Eintritt. Alle Auftritte der Auswahlrunden können in der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig (HMT) besucht werden. Das zweite Preisträgerkonzert wird im Gewandhaus zu Leipzig stattfinden. 

Weitere Informationen zum Deutschen Musikwettbewerb 2017 in Leipzig von mephisto 97.6 Redakteurin Pia Ebeling können Sie hier nachhören:

Ein Beitrag von mephisto 97.6 Redakteurin Pia Ebeling
 
 

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Pia Ebeling
27.02.2017 - 19:21
  Kultur

Das Programm des Musikwettbewerbes finden Sie hier.