Müllentsorgung

Zu viel Plastik in Leipzigs Biomüll

Der Gang zur Mülltonne ist für die Meisten wohl alltäglich. Dann verschwindet der Müll aus dem Sichtfeld. Er ist allerdings nicht durch Zauberei verschwunden. Doch was passiert danach mit unserem Müll?
Haufen Biomüll mit viel Plastik
Müllberg

Das kleine Dorf Liemehna, liegt ca 20 km nordöstlich vom Leipziger Zentrum. 

Ein paar 100 Meter außerhalb von Liemehna befindet sich ein Kompostwerk. Dort wird der Leipziger Biomüll kompostiert und zu Dünger verarbeitet. Die Laster die hier ankommen und den Biomüll bringen laden den Müll in der Hortehalle ab. Dieses Lager wird auch Intensivrotte genannt. 

Hortehalle im Kompostwerk
 

Wenn draußen genug Platz frei geworden ist, wird der Biomüll auf den Hof nach draußen umgesetzt. Ein Radlader häuft den Müll zu sogenannten Dreiecksmietenformen an.

Dreiecksmietenform
 

Über diese Dreiecksmieten fährt wöchentlich ein Kompostmietenumsetzer, der den Kompost durchmischt. An dieser Stelle wird außerdem, falls nötig die Temperatur des Materials überprüft und gegebenenfalls wird es bewässert.

Anschließend lagert es im sogenannten Nachrottebereich Bereich. Bevor der Biomüll dann als Dünger verkauft wird sieben Maschinen das Material aus.

 

Zu viel Plastik

Der Prozess selbst scheint relativ einfach. Dass wäre er wohlmöglich auch, wären da nicht all die Stoffe die in den Biomüll eigentlich nicht gehören. Denn viele Leipziger scheinen die Mülltrennung nicht ganz so ernst zu nehmen. Darauf deutet zumindest ein Bericht des Ökolöwen, dem Umweltbund Leipzig e.V. hin. Der Ökolöwe fand heraus, dass sich in dem Biomüll, der in Liemehna  ankommt sehr viel Plastikmüll und auch andere Gegenstände wie Besteck oder Glas befinden.

 

Taiina Grünzig hat einen Rundgang auf der Kompostanlage gemacht und sich selbst von diesem Problem überzeugt:

Eine Reportage von Taiina Grünzig über den Werdegang des Biomülls
 

Was tun gegen Plastik?

Bei der Ankunft wäre es unmöglich alle störenden Stoffe mit der Hand rauszusuchen. Wenn der Kompost in der Dreiecksmietenform auf dem Hof liegt ist der Müll schon ein bisschen verrottet. Dadurch hat sich in vielen Fällen auch der Müll der sich vorher in den Plastiktüten befand von dem Plastik gelost, wodurch der Plastik grob abgehakt werden kann. Das machen die Arbeiter des Kompostwerks jede Woche für ungefähr 2 bis 3 Stunden. Dieser Aufwand reicht jedoch nicht aus, um alle nicht verrottenden Fremdstoffe aus dem Kompost herauszufiltern. Deswegen wird auch in jeder anderen Lagerstätte versucht so viel Plastik wie möglich zu entfernen. Das geschieht bei jeder Lagerung auf unterschiedliche Arten und Weisen. Viele moderne Maschinen mit aufwendiger Technik werden hierzu benötigt. 

Komposthaufen
 

 

All diese Maßnahmen sind zeit und kostenintensiv. Zuletzt wird der Kompost nochmal durchgesiebt, damit ein möglichst plastikfreies Endprodukt entsteht. Der Dünger der dann an Bauern oder Privatpersonen verkauft wird ist zwar zum Großteil Plastikfrei, Teile die am Ende jedoch so klein sind, dass sie durch das Sieb fallen landen aber trotzdem im fertigen Kompost und so irgendwann im Garten und auf dem Feld. Auf diese Weise können die Teile so schlussendlich Teil der Nahrungskette werden.

 

Mein Müll, wessen Verantwortung ?

Regina Beege, die Betriebsleiterin der Kompostwerks wünscht sich mehr Aufklärung. Sie unterstellt den Menschen nicht, dass sie böswillig Gegenstände in den falschen Müll werfen. Beege ist der Meinung, dass bei vielen das Bewusstsein für die richtige Mülltrennung fehlt. Außerdem betont sie, dass es auch Alternativen zur Plastiktüte um den Biomüll gibt - wie zum Beipsiel Papiertüten. 

Dünger

Sie und die Firma stehen diesbezüglich schon in Kontakt mit der Stadt Leipzig. Die setzt sich laut Beege zwar schon für das Thema Mülltrennung ein, Beege betont aber, dass noch mehr Aufklaerungsarbet getan werden könnte.

 

 

 

 

 

Wir sind auch gerne bereit interessierte Bürger hierher zu uns einzuladen zu uns, dass die sich anschauen, was passiert eigentlich mit dem eingeladenen Bioabfall, was wird am Ende daraus hergestellt und was für Abfälle befinden sich hier drin, die eigentlich nicht rein gehören.

Regina Beege

 

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Taiina Grünzig
13.09.2016 - 10:47