Integration

Zu Besuch im syrischen Restaurant

Integrationsministerin Petra Köpping besucht Najim Aldin Buzz in seinem Lokal "Bitte" auf der Eisenbahnstraße. Sie sprechen über typisch syrisches Essen, Integration und die Herausforderungen der Selbstständigkeit.
Die Politikerin interessiert sich für die Geschichte des Syrers
Petra Köpping im Gespräch mit Najim Aldin Buzz

Vor drei Monaten hat Najim Aldin Buzz sein Lokal „Bitte“ auf der Leipziger Eisenbahnstraße eröffnet. Der Syrer ist seit drei Jahren in Deutschland und möchte hier sein Studium der Medizintechnik fortsetzen – aber auch arbeiten. Er kam auf die Idee, ein eigenes Restaurant zu eröffnen.

Ich kann sehr gut kochen. Wenn deutsche Freunde mein Essen probierten, haben sie immer gefragt, warum ich hier in Leipzig keinen Imbiss eröffne. Dadurch kam ich auf die Idee und habe es dann einfach versucht.

Naijm Aldin Buzz

Auf der Speisekarte stehen typisch syrische Gerichte, ganz oben: Shawarma, die syrische Version von Döner mit Hühnchenfleisch, Knoblauchsoße und sauren Gurken. Buzz bietet aber auch Falafel und gefüllte Teigtaschen an. Er erklärt, was das Besondere an seinem Bistro sei:

Wir machen das selber und jeden Tag frisch. Wir kaufen das nicht tiefgekühlt von einer Firma.

 

Herausforderung Selbstständigkeit

Erfahrungen in der Gastronomie hatte Buzz schon. Auch seine Familie in Syrien betreibt ein eigenes Restaurant.

Sein Bistro in der Eisenbahnstraße läuft ganz gut, sagt er: Mittlerweile hat er sogar mehrere Mitarbeiter. Allerdings brauchte er dafür anderthalb Jahre Vorbereitungszeit. Sich als Geflohener selbstständig zu machen, sei nicht so einfach.

Ich hatte die ganzen Unterlagen nicht. Diese Unterlagen hat man nur, wenn man selbstständig ist.

Naijm Aldin Buzz

Zunächst mussten die passenden Räumlichkeiten für das Lokal gefunden werden. Außerdem gäbe es eine Menge Papierkram zu bewältigen und die Formularsprache sei besonders für Ausländer oft schwierig zu verstehen.

Sprache als Voraussetzung für Integration

Staatsministerin Petra Köpping hört Najim Aldin Buzz interessiert zu. Sie betont, dass viele Asylsuchende in Sachsen schon gut deutsch sprächen. Das liege vor allem an den verpflichtenden Deutschkursen. Diese würden sich auszahlen, da Asylbewerber dadurch besser in Ausbildungs- und Arbeitsplätze integriert werden könnten.

Petra Köpping findet es gut, wenn Geflohene selbst Initiative zeigen und eine eigene Existenz aufbauen.

Wir haben Sie besucht, weil wir auch anderen Geflüchteten Mut machen wollen, einen eigenen Laden aufzumachen oder was anderes selbstständig zu machen.

Petra Köpping, Saatsministerin für Gleichstellung und Integration

Harmonisches Zusammenleben

Das Restaurant von Najim Aldin Buzz bezeichnet Petra Köpping als positives Beispiel dafür, wie Integration gelingen kann. Die Eisenbahnstraße, über die sonst viel Negatives berichtet wird, mit jungen Leuten zu „durchmischen“ hält sie für ein gutes Konzept. Das Entstehen von immer mehr Geschäften und Restaurants sei eine gute Voraussetzung für ein harmonisches Zusammenleben auf der Eisenbahnstraße.

Weitere Informationen zu dem Thema können Sie in der Reportage von Ella Kreße nachhören: 

 
 

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