Konzertbericht: Moop Mama

Zehn Musiker, ein "ICH"

Mit ihrem Album "ICH" sind Moop Mama gerade auf Deutschland Tour. Am 13.02. spielte die zehnköpfige Band im Werk 2 und zeigte dem Leipziger Publikum was "Urban Brass" alles kann.
Moop Mama im Werk 2
Moop Mama im Werk 2

Wenn zehn Leute mit riesigen Instrumenten auf einer recht kleinen Bühne stehen, dann ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt – so sollte man doch meinen. Nicht so bei Moop Mama, die Gruppe heizte am Mittwochabend im Werk 2 in Connewitz ordentlich ein. Auf ihrer Tour zum Album „ICH“ beweist die zehnköpfige Band, dass Rap und Blasmusik einander nicht fern sein müssen, sondern richtig gut zusammenpassen.

Ehrlicher Hip Hop und bayerische Polizisten

Bevor Moop Mama die Bühne betritt, eröffnet Roger Rekless die Show und bringt das Publikum schon mit seinen ersten Songs wirklich in Stimmung. Er und sein Drummer Dam Sick spielen Hip Hop mit Message. Die Show ist simpel gehalten, er fühlt seine Musik und das sieht man auch, mehr braucht er nicht.

Seinen Song „Nachkommen“ widmet er seiner Mutter und all den Eltern, die immer hinter ihren Kindern stehen. Doch vorher erzählt er aus seiner Jugend. Er hätte sich viel in der Grafitti Szene bewegt als er jünger war. Einmal gab es sogar eine Hausdurchsuchung. Ganz natürlich imitiert der gebürtige Münchner die bayerischen Polizisten und deren Dialekt. Die Menge bricht in Gelächter aus und lässt sich anschließend von dem Titel mitreißen. Einen seiner nächsten Songs widmet er dem Schlagzeug, was jedem Lied Leben einhauche. „Was soll das heißen du magst die Drums nicht?“ steigt kurz darauf die ganze Halle mit ihm ein.

Roger Rekless legt ordentlich vor, die Menge tobt, und das obwohl anfänglich kaum jemand einen Text mitsingen kann. Zwischen seinen Titeln erzählt er lustige und berührende Anekdoten, durch die man die nachfolgenden Titel intensiv fühlt. Er ruft das Publikum zur Nächstenliebe auf und bittet es für den Frieden einzustehen. Seinem Beispiel folgend heben Hunderte Peace Signs in die Höhe.

Definitiv ein gelungener Auftakt, und mit dem angekündigten Album-Release am 15. Februar 2019 darf man sich auf mehr freuen.

roger rekless
roger rekless

Holt die Regenschirme raus

Als die zehn Musiker, die Moop Mama bilden, die Bühne betreten, werden sie schon von der jubelnden Menge erwartet. „Moop, Moop, Moop!“ schreien die Fans immer schneller und schneller, bis die Rufe vom Klatschen übertönt werden.

Die Band, die ihren Stil selbst als „Urban Brass“ beschreibt, ist wie immer von Kopf bis Fuß in rot gekleidet. Bei sieben Bläsern, zwei Drummern und einem Sänger wird es schnell mal eng auf der Bühne, und trotzdem managen es die zehn allesamt ausgelassen zu tanzen und häufig ihre Positionen zu wechseln.

Mit ihrem Hit „Wildnis“ geht es los, dann ist von „Molotow“  bis „Zukunft“ alles dabei. Kaum ein Song von ihrem Album „ICH“, das im September 2018 erschienen ist, wird weggelassen. Für ihr Lied „Shitstorm“ packt Frontman Keno Langbein einen roten Regenschirm aus und performt so passend zu den Lyrics.

moop
moop

Nach etwa der Hälfte der Songs holt Keno erneut Roger Rekless auf die Bühne und die beiden liefern sich ein intensives Freestyle Duell, beendet von einem energetischen Saxophon Solo. Spätestens jetzt ist jeder von Moop Mama überzeugt, diese Band lässt niemanden mehr still stehen.

Die Lichtershow ist vor allem in Rot gehalten, typisch für Moop Mama. Während einigen Liedern ist die Bühne kaum beleuchtet, es ist teilweise schwer zu sehen, was sich vorne abspielt. Jedoch bilden das düstere Licht und der Nebel gleichzeitig auch einen guten Kontrast zu der Musik, die so gute Laune macht. Bunt wird es als die Münchner ihren Titel „Hier bin ich“ präsentieren. An beiden Seiten der Bühne taucht mit LED‘s passend zum Takt das Wort „ICH“ auf.

moop
moop

Immer wieder holt die Band neue Accessoires auf die Bühne, rote LED Stäbe oder sogar ein Fahrrad zum Titel "Die Erfindung des Rades". Als sie "Wenn ich du wär" anstimmen, läuft Keno im Publikum herum und lässt sich textgetreu von seinen Fans als "Super" oder "Loser" betiteln. Das Werk 2 tanzt ausgelassen, alles sprüht vor Energie.

Moop Mama Ultras

Nachdem die Band von der Bühne verschwunden ist, ist es einen Moment ruhig. Es scheint als wäre sich keiner einig, ob man nach einer Zugabe rufen sollte oder nicht. Doch nach einigen Momenten wird die Menge wieder laut, und zwar wirklich laut. Knappe zwei Minuten Gerufe vergehen, bis Moop Mama wieder, mit einem Lächeln im Gesicht, auf die Bühne kommt. Dass die Crowd heute Abend besonders energiegeladen ist, merkt man spätestens, als Keno versucht vor der Zugabe etwas zu erzählen. „Moop, Moop, Moop!“ ertönt es wieder. Mehrere Male versucht er hektisch dazwischen zu reden, kann aber nicht aussprechen. Sein Bandkollege Marcus Kesselbauer sagt ihm etwas ins Ohr und lachend verkündet Keno, das Leipziger Publikum hätte soeben den Titel Moop Mama Ultras erhalten. Als sie die zweite Zugabe, ihr Lied „Nüchtern“ spielen, singt das ganze Publikum im Chor. Keno überlässt ein paar Minuten dem Publikum die Show und alle singen „Frag mich, nochmal wenn ich nüchtern bin, denn grad‘ bin ich, alles andere als nüchtern“. Sowohl die Band als auch das Publikum sind glücklich und so beendet Moop Mama nach dem etwas ruhigeren Titel mit ihrem Hit „Alle Kinder“.

moop mama
moop mama

Fazit

Der Abend hat definitiv bei allen, der Band und dem Publikum, positive Eindrücke hinterlassen. Bei diesem Konzert wurden keine Wünsche offen gelassen. Moop Mama verkündete auch nach dem Konzert auf ihrer Facebook Seite, es sei der „aufmerksamste Abriss den man sich vorstellen kann“ gewesen.

 

 

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Kurz und Knapp

Wer: Moop Mama

Wann: 13. Februar 2019

Wo: Werk 2 in Connewitz