Statistisches Bundesamt

Zahl der Abtreibungen steigt an

Laut des Statistischen Bundesamtes ist die Zahl der Abtreibungen in Deutschland sowie auch in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr weiter gestiegen. Dabei werfen die Frauenärzte den Apothekern eine mangelhafte Aufklärung vor.
Die Zahl der Abtreibungen steigt.
Die Zahl der Abtreibungen steigt weiterhin an

Die Thematik des Schwangerschaftsabbruchs ist seit dem vergangenen Jahr mit dem neuen Paragrafen 219a erneut in die Medien gerückt. Dieser verbietet die Werbung für den Abbruch einer Schwangerschaft. Laut der neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hat die Zahl der Abtreibungen bundesweit von rund 99.000 auf 101.000 zugenommen. Auch in Sachsen ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr von ca. 5400 auf 5600 gestiegen. Die meisten Frauen sind bei ihrem Abbruch zwischen 30-35 Jahre alt. 67 Prozent sind ledig. Das Bundesland mit der größten Abtreibungsrate ist Nordrhein-Westfalen mit rund 21900 Schwangerschaftsabbrüchen. Seit 1997 nimmt die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche stetig ab, jedoch ist seit 2015 ein Anstieg zu verzeichnen.

"Pille danach" Grund für Anstieg?

Eine Schwangerschaft abzubrechen ist bis zur zwölften Schwangerschaftswoche durch einen Arzt straffrei. Vorher müssen sich jedoch die betroffenen Frauen bei einer Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten lassen. Allein in Sachsen gibt es 75 solcher Stellen. Mit der „Pille danach“ gibt es jedoch die Möglichkeit früher einzugreifen. Seit zwei Jahren ist diese rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Pflicht, über die Aufwendung aufzuklären, liegt jetzt nicht mehr beim zuständigen Frauenarzt, sondern beim Apotheker. Seit der rezeptfreien Einführung sind die Anzahl der Abtreibungen gestiegen. Der Berufsverband der Frauenärzte sieht darin einen Zusammenhang. Durch die fehlende Beratung durch Apotheken wüssten viele Frauen nicht, dass man trotz der Pille danach noch zusätzlich verhüten müsste.

Neue Verhütungsmethoden

Frauen wollen im Laufe der letzten Jahre verstärkt hormonfrei verhüten. Kondome sind dabei immer noch die sicherste Alternative. Jedoch wird auch öfter auf Verhütungsapps zurückgegriffen, die den Eisprung berechnen sollen. Durch fehlerhafte Berechnungen entstehen aber auch ungewollte Schwangerschaften. Wer eine Schwangerschaft verhindern will, sollte auf Kondome, die Pille oder die symptothermale Methode, die die fruchtbaren Tage im Zyklus berechnet, zurückgreifen. Diese Methode muss allerdings richtig gelernt sein, dann kann sie genauso sicher sein wie die Pille.

Den Beitrag zum Nachhören finden Sie hier:

Ein Beitrag von Redakteurin Conny Poltersdorf gesprochen von Redakturin Maria Reis
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche steigt weiterin an.
 

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