Landtag

Wohin mit dem Atommüll?

Sachsens Politiker streiten über Kriterien für die Endlagerung. In Sachsen kommt das Erzgebirge infrage. Die CDU forderte heute im Landtag schärfere Auflagen für Sachsen.
Im sächsischen Landtag wurde heute über einen Gesetzesentwurf für Atommüllendlager diskutiert.
Im sächsischen Landtag wurde heute über einen Gesetzesentwurf für Atommüllendlager diskutiert.

Wohin mit dem Atommüll? Mit dieser Frage wird sich der Deutsche Bundestag nächste Woche wieder beschäftigen. Es geht um den Gesetzentwurf für eine "ergebnisoffene Endlagersuche". Nach dem Prinzip der "weißen Landkarte" soll jeder Ort in Deutschland untersucht werden. Damit ist auch Sachsen potenzieller Standort für ein solches Atomendlager.

Sachsen als Standort im Gespräch

Die CDU Sachsen geht nun in die Offensive, denn für Sachsen komme das Erzgebirge als möglicher Standort für die Endlagerung infrage. Das Erzgebirge hat ein hohes Aufkommen von kristallinen Gesteinen. Diese könnten eine Möglichkeit zur Lagerug von Atommüll darstellen. Die derzeitigen gesetzlichen Auflagen für eine solche Einlagerung sind jedoch sehr hart. Der Gesetzesentwurf der Bundestagsfraktionen von CDU, SPD und Bündnis90/Grüne sieht nun eine Aufweichung der Kriterien für die Einlagerung in kristalline Gesteine vor. Für den gesundheitspolitischen Sprecher der CDU in Sachsen, Oliver Wehner, sei das nicht nachvollziehbar. Laut Wehner sei eine Zustimmung Sachsens zu dem jetzigen Gesetzesentwurf fraglich. Deshalb fordere die CDU Sachsen den Bundestag nun auf zu den härteren Auflagen für die Endlagerung von Atommüll in kristalline Gesteine zurückzukehren.

Linke und Grüne in Sachsen sehen in dem Vorstoß der CDU einen Schritt in die falsche Richtung. Sie werfen der Regierungspartei vor, Sachsen von der „weißen Karte“ verschwinden lassen zu wollen. Damit werde die Gleichberechtigung aller Standorte in Deutschland aufgehoben.

Weiteres Problem mit Atommüll

Neben der Suche nach einem Endlager auf Bundesebene gibt es in Sachsen ein weiteres Problem: Altlasten aus dem DDR-Forschungsreaktor in Rossendorf müssen entsorgt werden. Derzeit lagern diese Brennstäbe in Nordrhein-Westfalen und sollen nach Russland exportiert werden, um dort entsorgt zu werden. Derzeit gilt aber ein bundesweites Exportverbot für Atommüll. Auch darüber wird im Bundestag am 22. März debattiert. Wird das Exportverbot nicht aufgehoben, müssen die Brennstäbe aus dem Forschungsreaktor Rossendorf 2036 wieder zurück nach Sachsen. Ein mögliches Zwischenlager für diese Brennstäbe gebe es noch nicht.

Redakteur Lennart Banholzer hat sich mit der Endlagerung von Atommüll auseinandergesetzt und die wichtigsten Informationen zusammmengefasst:

mephisto 97.6 Redakteur Lennart Banholzer im Gespräch mit Moderatorin Eva Wittekind über die Vorschläge über die Endlagerung von Atommüll
 
 

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Philipp Kurowski
16.03.2017 - 18:47