Konzertbericht: Nada Surf

Wir sind da, solange ihr da seid

Am 13. November waren Nada Surf im Täubchenthal. Sie zelebrierten ihr Album „Let Go“, ihre größten Hits und das Leipziger Publikum.
Nada Surf
Nada Surf im Täubchenthal

Ein Abend mit Nada Surf - unter diesem Motto lud die New Yorker Band vergangenen Dienstag ins Täubchenthal. Das Konzept: Sie wollen zwei Konzerte spielen, indem sie die erste Hälfte des Abends ihrem Album „Let Go“ widmen, während die zweite Hälfte eher als ein Greatest Hits auf großer Bühne gedacht ist. So weit der Plan. 

Das Leipziger Publikum war dafür scheinbar mehr als bereit, denn als die Band um 20:00 Uhr die Bühne betrat, war das Täubchenthal schon gut besucht. Die Fanbase um Nada Surf in Deutschland ist vielleicht nicht riesig, aber treu - und vielseitig. Für das Konzert versammelte sich eine Zuhörerschaft zwischen 20 bis knapp 60 Jahren. Dafür hatte die Show zwar nicht die Dynamik eines Rockkonzerts vollgestopft mit 15-Jährigen, aber alle Anwesenden waren vordergründig mit dem Geschehen auf der Bühne und nicht mit ihren Smartphones beschäftigt.

Herz und Augen am richtigen Fleck  

Insgesamt lässt sich der Abend mit Nada Surf als „schunkelig“ zusammenfassen. Das Publikum musste hin und wieder von der Band ermutigt werden; viel mehr als Kopfnicken und Mitklatschen war aus ihnen aber nicht herauszuholen. In Anbetracht der Tatsache, dass das Konzert an einem Dienstagabend stattfand und wahrscheinlich zu mindestens 80 % von Menschen besucht war, die am nächsten Tag relativ früh arbeiten mussten jedoch eine Reaktion, die verziehen werden kann. Und da nach jedem Song der Applaus durchaus herzlich ausfiel, schien die Mehrheit der Besuchenden ja dennoch eine gute Zeit zuhaben. 

Nada Surf selbst glänzten mit passioniertem, freundlichem Auftreten. Sie scheinen ihre Fans eher als ihre Freundinnen und Freunde zu betrachten, riefen vor dem letzten Song noch auf ein Bier am Merchstand auf und vermittelten auch insgesamt das Gefühl, die Art Band zu sein, die man dort auch wirklich antrifft. Vier Männer, ganz ihrer Musik verschrieben. Oder wie es Bassist Daniel Lorca es sinngemäß ausdrückte: Solange ihr zu unseren Konzerten kommt, spielen wir auch für euch. 

 

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