Frisch Gepresst: Confidence Man

Wie selbstbewusst bist du?

Die australische Dance-Pop Band Confidence Man macht Musik für selbstbewusste Menschen. Dabei geht es ihnen nicht um tiefgründige Texte, sondern um jede Menge Spaß. Ihr Debütalbum „Confident Music For Confident People“ verspricht elf Partytracks.
Confidence Man
Confidence Man sind: Janet Planet, Sugar Bones, Reggie Goodchild & Clarence McGuffie

Dass der übermäßige Genuss von Alkohol bei den meisten Menschen nur Schwachsinn hervorruft, ist kein Geheimnis. Und ja, Straßenschilder klauen, nackt über die Straße laufen und der Ex schleimige Nachrichten schreiben ist Schwachsinn. Aber es muss nicht so enden. Die Musik von Confidence Man entsteht fast ausschließlich unter Alkoholeinfluss und ist dabei verdammt gut. Die vier Bandmitglieder aus Australien spielten vorher alle in anderen Bands (Moses Gunn Collective, The Jungle Giants oder The Belligerents), lebten aber zusammen und entschieden vor knapp zwei Jahren eine gemeinsame Band zu gründen. Dazu legten sie sich Pseudonyme zu (Janet Planet, Sugar Bones, Reggie Goodchild, Clarence McGuffie) und setzten sich Hüte mit Schleiern auf. Ziemlich mysteriös, aber eigentlich nur ein Mittel, um nicht als „Side-Project“ zu enden.

Warum tanzt ihr noch nicht?

Confidence Man wollen auf ihrem Debütalbum, welches den ambitionierten Titel „Confident Music For Confident People“ trägt, feiern! Und das mit einer vollen Ladung Electrobeats und Synthies. Wie eine Band, die eigentlich nur aus Indie-Rockern besteht, das geschafft hat, ist fraglich, aber es hat funktioniert. Wahrscheinlich gerade weil der Einfluss von Bassgitarre und Schlagzeug nicht verloren geht. Mit „Try Your Luck“ geht die Platte gleich super catchy los und erinnert an Bands wie LCD Soundsystem oder Le Tigre. Immer weiter nach vorne – ist wahrscheinlich das Motto der Band um Sängerin Janet Planet. Durch die elf Songs drängelt sich ein eingängiger Beat, der links und rechts mit allerlei anderen Synthie-Spielchen abgelenkt wird. Unterbrechungen nur schweres Atmen („Catch My Breath“) oder Handyklingeln („Better Sit Down Boy“) sind natürlich Pflicht bei einer Band, die Musik macht, die einfach nur Spaß machen soll.

He tries to make me breakfast but I hate bacon and eggs. 

Song: "Boyfriend" - Confidence Man

Warum redet er so viel?

Auf „Confident Music For Confident People“ darf man keine tiefgründigen Textweisheiten oder besonders spitze Kommentare erwarten. Und ganz ehrlich, davon gibt’s auch irgendwie genug. „Boyfriend“ handelt einfach nur davon, dass der einst so sehr Geliebte statt Spaß zu machen, nur noch anstrengend ist und andauern "reden" will. Es ist ja auch überhaupt nicht schlimm, wenn man sich gegenseitig betrügt („All The Way“). Und was ist eigentlich so toll an der Party des Jahres, von der alle reden? („C.O.O.L Party“). Janet Planet und Sugar Bones wechseln sich im Erzählen von ganz trivialen Clubgeschichten ab und wünschen sich in "Don’t you Know I’m In A Band?" auch endlich in den VIP-Bereich zu kommen. Zu verstehen ist das natürlich alles mit einer Prise Augenzwinkern!

Wanna get down?

Wer den perfekten Soundtrack für die nächste Sommerparty sucht, wird bei Confidence Man definitiv fündig. Wahrscheinlich war den vier Australier*innen die Weltuntergangsstimmung in der Indie-Welt zu langweilig. Mit ihrem Elektro/Dance-Pop treffen sie genau den Nerv, den viele von uns schon verloren geglaubt hatten. „Confident Music For Confident People“ wirkt zwar manchmal etwas repetitiv, aber die witzigen Texte und die tanzbaren Beats können nicht anders als Spaß machen.

 

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Confidence Man: Confident Music For Confident People

Tracklist:

1. Try Your Luck*

2. Don’t You Know I’m In A Band*

3.  Boyfriend*

4.  C.O.O.L Party

5.  Out The Window

6.  Catch My Breath

7.  Bubblegum*

8.  Better Sit Down Boy*

9.  Sailboat Vacation

10. All The Way

11. Fascination

 

*Anspieltipps

 

Erscheinungsdatum: 13.04.2018
PIAS COOP/HEAVENLY

Confidence Man denken sich für fast jeden ihrer Songs eigene Choreographien aus. Das macht ihre Live-Shows zu regelrechten Tanzperformances. Wie zum Beispiel beim hier: 

 

In Deutschland ist die Band dieses Jahr nicht mehr live zu sehen. Man sollte aber defintiv die Augen offen halten. Hier findet ihr den Internetauftritt der Australier*innen.