Wahlwerbung

Wie sehr beeinflusst Wahlwerbung uns?

Wir haben hier in Deutschland viele Parteien, einige kennt man, andere nicht. Das liegt an dem Medienbild, das uns von den Parteien und Medien vermittelt wird. Doch wie sehr beeinflusst uns das und worauf sollte man als Wähler achten?
Die Wahlwerbung der Parteien ist in Leipzig nicht zu übersehen.

Bei einem Spaziergang durch Leipzig fallen mir sofort die unzähligen Wahlplakate auf. Die Grünen glänzen mit Blumen und Bienen auf den Plakaten, die FDP hat zwar kräftige Farben, aber kein Motiv. Bei dem Plakat der Grünen denke ich sofort an Natur und bei dem von der FDP fällt mir Ernsthaftigkeit ein.

Die Rolle der Medien für unser Wissen

Dass wir bestimmte Parteien mit bestimmten Themen verbinden, ist so gewollt, sagt Kommunikationswissenschaftler Professor Hoffmann. Wir sollen die Grünen mit Umweltschutz und die FDP mit Wirtschaft verbinden. Das soll es einfacher machen zu wissen, welche Kandidierenden man wählen soll. Das Medienbild ist schon ein zentraler Faktor bei der Wissensverbreitung, erklärt auch Jens Hagelstein vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften.

Das meiste, was wir wissen, wissen wir aus den Medien, trotzdem sollten wie das Medienbild nicht überbewerten, denn für die Wahlentscheidung spielen auch persönliche Faktoren eine wichtige Rolle.

Jens Hagelstein, Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften

Es ist also sehr unwahrscheinlich, dass jemand wegen der Medien seine Meinung komplett ändert. Jens Hagelstein erzählt von dem Fall, dass wenn man sowieso positiv zu einer Partei steht und dann noch ein Wahlplakat von ihr sieht wird diese noch attraktiver.

Methoden der Parteien

Ihr Einfluss auf unser Wissen ist trotzdem groß. Parteien haben viele Möglichkeiten für sich zu werben. Social Media, Plakate und Anzeigen sind nur einige, wie Professor Hoffmann berichtet. Auch mit Infoständen in der Stadt und Wahlprogrammen im Briefkasten machen Parteien auf sich aufmerksam.

Parteimarketing ist auf jeden Fall Werbung, es steht ja auch schon im Namen: Wahlwerbung. Sie werben nur nicht im klassischen Sinn, schließlich wollen sie uns kein Produkt verkaufen. Sie werben um das Vertrauen und die Stimmen der Wählerinnen und Wähler. Um das zu werben ist etwas Anderes als für ein Produkt, so Professor Hoffmann. Jens Hagelstein erklärt, wie Parteien uns mit dieser Wahlwerbung beeinflussen.

Im ersten Schritt versuchen die Parteien Probleme in der Bevölkerung zu identifizieren. Im zweiten Schritt wollen sie sich als Problemlöser für diese inszenieren, um uns nah zu kommen.

Jens Hagelstein, Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften

Zudem wollen die Parteien den Wählenden auch vermitteln, dass sie kompetent genug sind, ergänzt Professor Hoffmann.

Was das Medienbild ausmacht

Das Problem, das präsentiert wird, soll möglichst nah am Alltag liegen. Momentan erleben wir das mit der Problematik des mangelnden Wohnraums in Städten. Jede Partei präsentiert ihre Lösung. Sie soll einfach und nah an ihrem Image sein. Man soll sich von dem Problem angesprochen fühlen. Wenn das der Fall ist und die Wählerinnen und Wähler sich von dem Problem angesprochen fühlen und der Partei zustimmen, steigt die Sympathie. Das ist zumindest die Theorie. Jens Hagelstein stimmt dem zu.

Jede Partei versucht sich im besten Licht zu präsentieren. Diese Darstellung ist nicht immer korrekt. Oft sprechen wir von einem einheitlichen Medienbild, doch man muss unterscheiden. Es gibt nämlich das Bild, das die Parteien vermitteln und das Medienbild.

Die journalistische Darstellung ist von den Parteien nur begrenzt steuerbar, die können natürlich ihre Pressemeldung herausgeben, ihre Spitzenkandidaten zu Interviews anbieten, aber was dann in den Medien zu sehen ist entscheiden die Journalistinnen und Journalisten und das muss sich nicht unbedingt decken mit dem was die Partei intendiert hat.

Jens Hagelstein, Mitarbeiter am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften

Journalistinnen und Journalisten versuchen ein neutrales Medienbild zu vermitteln. Hinter den Beiträgen sitzen aber auch nur Menschen, auch sie können ihre Meinung nicht komplett verbergen. Je nach Berichterstattung wird auf eine Sache mehr oder weniger eingegangen. Das ist problematisch. Um sich ein neutrales Bild zu machen rät Jens Hagelstein nicht auf jedes Skandalisierungsangebot anzuspringen. Das heißt, man sollte die Nachrichten auch hinterfragen. Des Weiteren rät er, zur Kenntnis zu nehmen, dass eine Partei in unterschiedlichen Medien unterschiedlich dargestellt wird.

Es ist nicht einfach, in der Politik oder Wahl den Überblick zu behalten. Jeder versucht so gut wie möglich dazustehen. Wir alle werden beeinflusst, direkt oder indirekt. Wir alle werden beeinflusst, direkt oder indirekt. Man kann also nur versuchen, sich so gut wie möglich zu informieren.

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Beitrag von Marleen Rühling
Beitrag zur Darstellung der Parteien
 

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Der Beitrag ist im Rahmen einer Themensendung zu Wahlen und Wählen entstanden.