Interview: Tamino

"Wie nennt man dieses Gefühl?"

Der Belgier mit den ägyptischen Wurzeln gilt als einer der vielversprechendsten Newcomer seines Heimatlandes. Im Interview erzählt Tamino von seinem Debütalbum und der Arbeit mit einem Orchester.
Tamino
Tamino beim Appletree Garden Festival 2019

Tamino Fouad alias Tamino war ein ganz normaler Teenager. Unzufrieden mit der Welt fing er mit 14 an Songs zu schreiben und sang seinen Frust in diversen Punk- und Grunge-Bands von der Seele. So ganz normal war der Werdegang des Anfang 20-jährigen dann aber doch nicht, denn sein musikalisches Interesse war vorgeprägt: Sein Großvater, Moharam Fouad, war ein gefeierter Sänger und Schauspieler im Ägypten der 50er und 60er Jahre. Doch nicht nur seine tiefe Stimme hat Tamino von seinem Opa geerbt, auch das Verständnis für arabische Musik.

Arabische Musik ist meistens traurig, aber es ist immer Traurigkeit mit erhobenem Haupt. Sie sind immer stolze Performer. Das hat mich inspiriert als ich aufgewachsen bin. So richtig habe ich da aber nie drüber nachgedacht, aber ich weiß, dass es ein Teil von mir ist.

Tamino im Interview

Besondere Begleitung

Arabische Rythmen und Instrumente findet man auch auf Taminos Debütalbum "Amir". Mit seinem düsteren Art-Pop hat sich Tamino schon in die Herzen vieler Kritiker gespielt. Neben Radioheads Colin Greenwood als Produzenten hat er auch ein Orchester für sich gewinnen können. Das Besondere: In diesem Orchester spielen nur Musikerinnen und Musiker, die aus ihrer Heimat flüchten mussten.

Sie spielen einfach anders. Man kann das Individuum und seine Entscheidungen heraushören. Sehr plötzliche, improvisierte Entscheidungen.Die musst du nicht aufschreiben. Sie spielen sie einfach.

Tamino im Interview

Das Interview in englischer Sprache könnt ihr hier nachhören:

Musikredakteurin Marie Jainta im Gespräch mit Tamino.
Tamino Interview
 

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Marie Jainta
14.10.2019 - 16:07
  Kultur