West-Nil-Virus

Erster Fall in Mitteldeutschland

In Halle ist ein Bartkauz am West-Nil-Virus verendet. In Italien, Griechenland und Serbien sind bereits 47 Menschen daran gestorben. Wir haben uns einmal schlau gemacht, um was es sich bei der Infektionskrankheit eigentlich handelt.
Stechmücke
West-Nil-Virus überträgt sich hauptsächlich über Stechmücken.

Den Beitrag zum Nachhören finden Sie hier:

Moderatorin Angela Fischer im Gespräch mit Robert Küllmer
3008 WestNilVirus

Das erste Mal wurde das Virus im Jahre 1937 bei einer Frau mit ungeklärten Fiebersymptomen in der Provinz West-Nile von Uganda nachgewiesen – daher auch der Name. Heute gilt das Virus als die am meisten verbreitete Infektionskrankheit weltweit. Sie wurde bereits auf allen fünf Kontinenten nachgewiesen. Dieses Jahr haben sich besonders viele Menschen infiziert. Besonders Länder wie Italien, Serbien und Griechenland sind stark betroffen. Zu uns kam das Virus vermutlich durch infizierte Zugvögel.

Wie kommt es zu einer Infektion?

Das West-Nil-Virus überträgt sich durch Stechmücken. Vögel dienen dabei als Wirte und sorgen so für eine weitere Verbreitung. Menschen werden also durch Mücken infiziert. Von Mensch zu Mensch kann keine Ansteckung erfolgen, nur über Bluttransfusionen.

Die Inkubationszeit vom Stich bis zu den ersten Symptomen beträgt zwei Wochen. Was genau die Symptome sind, erklärt uns Professor Uwe Gert Liebert vom Institut für Virologie der Uniklinik Leipzig:

Die Symptome sind breit gefächert. Das geht von einem grippeähnlichen Krankheitsbild bis hin zu Infektionen des Gehirns und des Rückenmarks.

Uwe Gert Liebert, Professor für Virologie an der Uniklinik Leipzig

Bislang gibt es keine Impfung gegen die Krankheit. Trotz allem kein Grund zur Panik und dem geplanten Griechenlandurlaub steht an sich auch nichts im Weg. Professor Uwe Gert Liebert noch einmal zur Gefährlichkeit der Infektion:

99 Prozent der Fälle verlaufen sehr leicht, als grippeähnliche Erkrankung. Bei sehr wenigen führt es zu einer Infektion des Gehirns. Die Rate an Todesfällen ist minimal.

Uwe Gert Liebert, Professor für Virologie an der Uniklinik Leipzig

Um sich trotzdem davor zu schützen, empfiehlt es sich bei Reisen in betroffene Länder entsprechenden Mückenschutz zu verwenden. Warum es gerade in diesem Jahr zu einem vermehrten Auftreten kam, ist noch nicht ganz geklärt. Vermutlich lag es an dem langen Sommer und den somit günstigen Bedingungen für Stechmücken.

 

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Laura Friedrich
30.08.2018 - 17:31
  Wissen