Flüchtlingsdebatte

Werbespots für Bierdeckel im ÖPNV?

Seit dem 13.07. sind 100.000 Bierdeckel im Umlauf, die Stammtischparolen und die Flüchtlingsdebatte an einem Tisch holen: bedruckt mit Vorurteilen sowie durch Fakten gestützte Gegenargumente. Funktiontiert das?
Vorurteile gegen Geflüchtete
Vorurteile gegen Geflüchtete

Die Bierdeckel sind Teil der Kampagne „Vorurteile? Nachfragen! Was ein Bierdeckel erklärt“. Sie sind beidseitig bedruckt. Auf der einen Seite sind Vorurteile über Flüchtlinge zu lesen, wie z.B „Deutschland nimmt die ganze Welt auf“. Dreht man den Deckel um, stehen dort Fakten und Gegenargumente.

Reporterin Sophie Rauch mit den Einzelheiten zur Kampagne:

Der Beitrag von Redakteurin Sophie Rauch über die Bierdeckelkampagne "Vorurteile? Nachfragen! Was ein Bierdeckel erklärt."
2408 bierdeckel

Das Projekt wird erweitert

Petra Köpping, die Staatsministerin für Gleichstellung und Integration freut sich über die positiven Reaktionen.

Wir haben gestaunt wie schnell unsere erste Bestellung von Bierdeckeln, das waren 130.000 Stück für Sachsen, vergriffen waren.

Petra Köpping

Weiter erklärt sie, würden mittlerweile auch andere Bundesländern anfragen, ob sie die Idee übernehmen dürfen.

Auch Ulrike Stansch, Regionalbeauftragte Dresden Arbeit und Leben Sachsen e.V berichtet von überwiegend positiven Resonanzen:

Wir haben festgestellt, dass das gut ankommt. Natürlich begegnen uns auch negative Reaktionen, aber die sind nicht die Masse, sondern es ist wirklich sehr poitiv aufgegriffen worden.

Ulrike Stansch

Bisher lagen die Bierdeckel vor allem in Bars, Restaurant, Kneipen und Hotels aus. Überall wo häufig über die die Themen gesprochen wird.

Holm Retsch vom Deutschen Hotellerie und Gastronomie Verband Leipzig erzählt wie die Betriebe Teil der Kampagne werden:

Da werden wir alles unternehmen um entsprechend die Betriebe, die Mitgliedsunternehmen zu informieren und diese Bierdeckel dann entsprechend zu verteilen.

Holm Retsch

Aufgrund der guten Annahme hat sich das Ministerium beschlossen, das Projekt zu erweitern:

Werbespots in öffentlichen Verkehrsmitteln sollen noch mehr Menschen erreichen.

Ulf Middelberg von den Leipziger Verkehrsbetrieben, ist begeistert von der Idee:

Das Fahrgastfernsehen ist ein hervorragendes Medium um viele Menschen zu erreichen und als dann die Anfrage kam bei dieser Zusammenarbeit mitzumachen, waren wir gerne dabei.

Ulf Middelberg

Denn auch während der Arbeit würden Mitarbeiter mit Vorurteilen konfrontiert. Es sei schon öfters vorgekommen, dass Passagiere denken, Asylbewerber dürften ohne Fahrscheine fahren. Der LVB sieht deshalb eine gute Chance um die Mitarbeiter mit Hilfe der Bierdeckel zu unterstützen. So werden sie auch in ihren Kantinen und bei Betriebsbesprechungen auslegen.

 

 

 

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Annika Sparenborg
24.08.2016 - 18:01