GameCheck: "Uncharted: The Lost Legacy"

Wer braucht Nathan Drake?

Die Uncharted-Reihe ist bekannt für Action, Abenteuer, exotische Kulissen, und gute Charaktere. Jetzt ist mit "Uncharted: The Lost Legacy" der erste Ableger der Reihe erschienen – und das erstmals ohne Serienprotagonisten Nathan Drake.
Uncharted The Lost Legacy
Chloe Frazer begibt sich selbst auf Schatzsuche

Nachdem Entwickler Naughty Dog mit "Uncharted 4" die Geschichte um Nathan Drake abschloss, war nun natürlich die große Frage: Wer könnte ein würdiger Nachfolgeheld für den Ableger sein? Und die Wahl hätte wohl nicht besser fallen können. Spieler schlüpfen nun in die Rolle der toughen Diebin Chloe Frazer, die Serienfans schon seit dem zweiten Teil bekannt ist. Und in typischer Uncharted-Manier bekommt Chloe auch eine Partnerin an die Seite gestellt. Nämlich Nadine Ross, ehemals Anführerin einer Söldnertruppe und eine der Antagonisten aus Uncharted 4. Gegen diese Powerhouse-Kombination sieht Nathan Drake fast schon alt aus.

Das ursprünglich noch als DLC zu Uncharted 4 geplante The Lost Legacy erschien letztlich als Standalone-Spiel. Zum Glück, denn die knapp 8 Stunden Spielzeit sind vollgepackt mit Action und Entdeckerfreude.

Neue Kulisse, altes Gameplay

Uncharted The Lost Legacy
Die Grafik ist gewohnt atemberaubend

Diesmal verschlägt es Schatzsucherin Chloe nach Indien (gewohnt wunderschön inszeniert), wo sie den Stoßzahn von Ganesha sucht. Dazu muss sie Hinweise suchen, verlorene Tempel finden, Rätsel lösen, eine Menge freiklettern und sich auch mal das ein oder andere Gefecht mit Söldnertruppen leisten. Das Gameplay ist im Grunde dasselbe wie in Uncharted 4 – Man schwingt sich mit seinem Kletterseil umher, schaltet Gegner leise im Gras versteckt aus (eine Aktion, bei der KI-Begleiterin Nadine mit Freuden hilft) oder liefert sich Third-Person- Schießereien aus der Deckung. Die Kämpfe sind kürzer als aus Uncharted gewohnt, dafür scheint Nadine auch etwas schneller zu sterben.

Rätsel sorgen für Abwechslung

Wenn man sich gerade mal keine Feuergefechte liefert, untersucht man meist Hinweise und Rätsel. Eines der ersten Areale in The Lost Legacy ist tatsächlich so groß, dass man dort mit dem Jeep unterwegs ist. Da macht es tatsächlich Spaß, Anhaltspunkte abzufahren und nach Hinweisen zu suchen – zumal Chloe und Nadine sich einige ihrer besten Wortgefechte im Auto liefern. Für den meisten Teil ist das Spiel aber eher geradlinig. Die Rätsel sind eine willkommene Abwechslung, sind aber nie allzu schwer. Da gilt es Schatten in der richtigen Form zu projizieren oder Steinplatten in der richtigen Reihenfolge abzulaufen, um nicht fast von einer gigantischen Axt geköpft zu werden. Spätestens nach ein paar Versuchen hat man das dann auch geschafft.

Die starken Charaktere treiben die Story voran

Uncharted
Chloe und Nadine müssen lernen, zusammenzuarbeiten

Der Zusammenschluss von Chloe und Nadine ist überraschend – und funktioniert überraschend gut. Zu Anfang stellt man sich noch manches Mal die Frage, wie wohl ausgerechnet diese beiden zusammengefunden haben. Und das spiegelt ihre Beziehung auch wieder. Wo Chloe eine langjährige Freundin der Drake-Brüder ist, macht Nadine die beiden für den Verlust ihrer Söldnertruppe verantwortlich. Reichlich Potenzial für Misstrauen also. Das Spiel erklärt diese Beziehungen übrigens nur oberflächlich, für Neueinsteiger kann das etwas verwirrend sein.

Aber die Beziehungen nicht nur von Chloe und Nadine, sondern auch von anderen Charakteren, die im Verlaufe des Abenteuers auftauchen, entwickeln sich zu einer charaktergetriebenen Geschichte mit serientypischen Fragen wie: Wie weit bin ich bereit für mein Ziel zu gehen? Und Was will ich eigentlich vom Leben? Was die Story gut macht, sind nicht die Actionsequenzen oder gar die Geschichten verlorener Kulturen – es sind die Charaktere.

Fazit

Uncharted The Lost Legacy fehlt es ein wenig an der spieltechnischen Innovation (so zuletzt das Kletterseil in Uncharted 4), die jeder neue Hauptteil zur Serie brachte. Aber es bietet solides Gameplay mit einer guten Story, großartigen Charakteren und – wohl am wichtigsten – Uncharted Feeling.

The Lost Legacy beweist, dass Nathan Drake die Serie wohl unumstritten geprägt hat. Doch das Uncharted-Universum bietet auch ohne ihn Platz für reichlich Geschichten. Hoffentlich wird es davon noch ein paar geben.

Die komplette Rezension gibt es hier nochmal zum Nachhören:

Rezension zu "Uncharted The Lost Legacy"
Uncharted the lost legacy

 

 

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