Themensendung: Leben

Wenn Tiere obdachlos werden

Seit tausenden Jahren leben Tier und Mensch unter einem Dach. Aber manchmal können Menschen für ihre Vierbeiner nicht angemessen sorgen. In solchen Fällen übernehmen Gnadenhöfe und Tierheime. Auch in Leipzig gibt es solche Einrichtungen.
Katze
Kater Moritz hat ein verletztes Bein.

Anfang November hat das Veterinäramt Leipzig  31 Katzen aus einem Haushalt bei Dürrweitzschen gerettet. Die Tiere lebten dort verwahrlost in ihrem eigenen Kot und Dreck. Ihr Halter hatte sich ins Ausland abgesetzt und die Katzen sich selbst überlassen.

In solchen Fällen übernehmen Tierheime und Gnadenhöfe die Pflege der Tiere. Dreizehn der Katzen aus Dürrweitzschen hat der Gnadenhof Lossa bei Thallwitz aufgenommen. Hier wurden sie unter Quarantäne gestellt und werden langsam wieder aufgepäppelt. 

Bei solchen Fällen kommen manchmal viele Tiere auf einen Schlag zu uns. Ansonsten bekommen wir Fundtiere oder herrenlose Tiere. Manchmal werden auch in Feldern oder Wohngebieten Hunde oder Katzen gefunden, aber kein Besitzer sucht sie. 

Katrin Schumann, Vorsitzende des Vereins zum Wohl der Tiere

Seit mittlwerweile 15 Jahren kümmern sich die Ehrenamtlichen auf dem Gnadenhof Lossa um Kleintiere in Not. Sechs Frauen hatten den Verein zum Wohl der Tiere gegründet, der hinter dem Gnadenhof steht. Die ersten Jahre verbrachten die Tiere noch in einer provisorischen Unterkunft, während der Verein sich nach einem passenden Gelände umsah. Zwischen grünen Feldern, nahe dem kleinen Örtchen Lossa nordöstlich von Leipzig, wurden sie fündig. Das Grundstück gehört dem Verein und im Jahr 2010 zogen die Tiere auf den Hof um. 

Ursprünglich wollten sie die Gründerinnen des Hofes nur um alte und kranke Tiere kümmern. Aber die Menschen aus der Umgebung brachten den Frauen auch ungewollte Katzen- und Hundewelpen. Deswegen kümmert sich der Gnadenhof Lossa heute nicht nur um alte Tiere, sondern vermittelt auch junge Haustiere an neue Halter. 

Die Tiere werden gut vermittelt. Viele Leute suchen dankenswerterweise auf einem Gnadenhof nach einem neuen Haustier. Sie nehmen auch dreibeinige Hunde oder Katzen, die nur ein Auge haben. Im letzten Jahr haben wir sogar Tiere nach Chemnitz und München vermittelt.  

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Katrin Schumann

Auf dem Hof werden neben Hunden und Katzen auch Kaninchen versorgt. Für Wildvögel gibt es einen künstlichen Teich, Spatzen finden hier Nistplätze und Bienen ein Insektenhotel. Außerdem haben die Ehrenamtlichen Apfelbäume gepflanzt. Auf dem Hof soll ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden, Wildtiere, die von der intensiven Landwirtschaft in der Region verdrängt werden, finden hier eine kleine Oase. Der Verein des Gnadenhofes finanziert seine Arbeit allein aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Vor allem die Kosten für Futter und Tierarztbesuche sind hoch. 

mephisto 97.6 Redakteurin Pia Siemer hat den vierbeinigen Bewohnern des Gnadenhofes und ihren zweibeinigen Helfern einen Besuch abgestattet:

Ein Besuch auf dem Gnadenhof - von Pia Siemer
28.11 Gnadenhof Reportage

 

 

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