Game of Thrones

Wenn der Schnee fällt...

Am 28. August endete die siebte und vorletzte Staffel von "Game of Thrones". Eine Staffel, die für allerhand Kontroversen sorgte. Ist der Serie ein gelungener Weg in Richtung Zielgerade gelungen?
Peter Dinklage und Conleth Hill in "Game of Thrones"
Verzweifeltes Intrigenspiel in Westeros

Achtung Spoiler!!!

Der Winter ist da. Eine Verrückte (Lena Headey) sitzt auf dem Eisernen Thron, ein junger Mann (Kit Harington) wird zum König des Nordens erklärt und die rechtmäßige Thronerbin (Emilia Clarke) zieht mit einer riesigen Armee und drei Drachen gegen die Sieben Königslande zu Felde. Das Finale der sechsten Staffel legte 2016 die Grundsteine für das große Endspiel in der Geschichte von Game of Thrones. Staffel 7 setzt genau dort an und beschwört einen großen Krieg zwischen den verbleibenden Parteien herauf. Einen Krieg, in dessen Folge ein Bündnis zwischen Eis und Feuer (Jon und Daenerys) geschlossen wird, ein Drachen sein Leben lassen muss und sich am Ende vermeintlich alle doch noch versöhnen, um gemeinsam gegen die untote Gefahr aus dem hohen Norden vorzugehen.

Dass diese Versöhnung nur ein Vorwand für eine weitere Intrige ist, überrascht wenig. Immerhin muss sich das Rad der Gewalt, Intrigen und Ränkespiele auch noch in der letzten Staffel drehen, für die sich Fans jetzt vielleicht sogar bis 2019 gedulden müssen. Die siebte Staffel wartet mit drei Folgen weniger als sonst auf. Eine Entscheidung, über die man durchaus diskutieren kann, denn die Erzählung selbst leidet etwas unter der verkürzten Laufzeit.

Einen Rückblick auf Staffel sieben, sowie einige Prognosen für das Finale der Serie finden Sie in unserem XXL-Recap. Dieses Mal mit Jesper Hoeft, Max Enderling, Lennart Johannsen, Janick Nolting, Eleen Reinke und Dennis Blatt:

Im Schnelldurchlauf zum Finale 

Es ist allseits bekannt, dass Game of Thrones die populärste Serie unserer Zeit ist. Zuschauerrekorde werden am laufenden Band gebrochen und die Kommentarspalten im Internet explodieren förmlich, wenn eine neue Folge erscheint. Die wöchentliche Recap-Kultur zur jeweils aktuellen Folge ist in sämtlichen Medien mittlerweile fester Bestandteil. Da ist es umso fataler, wenn sich die Macher so viele Ungereimtheiten erlauben wie in dieser siebten Staffel. Ungereimtheiten, die sich nicht verbergen lassen bei einer Serie, die wie von Fans und Kritikern so ausführlich analysiert und diskutiert wird.

In Staffel 7 ging es den Machern der Serie offensichtlich vor allem um großes Spektakel. Verschnaufpausen gibt es kaum noch. Die Charaktere reisen innerhalb weniger Szenen quer über den Kontinent, häufiger denn je wird der Zuschauer einfach vor vollendete Tatsachen gestellt oder muss sich seinen Teil selbst denken. Dafür wird Actionszenen und plötzlichen Wendungen im Krieg mehr Platz eingeräumt. Optisch ist die Serie nicht mehr von einem Kinofilm zu unterscheiden. Wenn es zu großen Schlachtsequenzen zwischen Drachen und Eiszombies kommt, wird Game of Thrones einmal mehr zu einem Blockbuster im Fernsehformat.

Mit stumpfer Klinge

Am Ende bleibt die siebte Staffel jedoch überraschend zahm. Während in den vorherigen Staffeln mehrere große Hauptcharaktere ihr Leben lassen mussten, erwischt es in der aktuellen Staffel lediglich ein paar Nebenfiguren. Außerdem lässt sich kaum bestreiten, dass die wenigen Todesszenen immer vorhersehbarer werden. Da besteht die Überraschung beinahe eher darin, dass doch so viele Figuren lebend in das Endspiel einsteigen dürfen. Mit dem spektakulären Fall der Eismauer im Norden und dem Einmarsch der Zombiearmee endet die Staffel auf einer düsteren Note, die die Wartezeit auf das große Finale mal wieder unerträglich werden lässt. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Macher trotz der wenigen verbleibenden Folgen ausreichend Zeit nehmen, um die Geschichte befriedigend zum Abschluss zu bringen.

 

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Janick Nolting
08.09.2017 - 17:49
  Kultur

Alle Recaps unseres Podcast-Teams zu den einzelnen Folgen der siebten Staffel gibt es zum Nachhören auf Mixcloud:

https://www.mixcloud.com/mephisto976/