Schutzmaßnahmen für Kinder & Jugendliche

Wenn das Jugendamt eingreift

Der Schutz derer, die sich nicht selber schützen können, ist ein sensibles Thema. Wenn die Eltern nicht mehr in Lage sind für ihre Kinder zu sorgen, wird das Jugendamt aktiv, es werden sogenannte Schutzmaßnahmen durchgeführt.
Kinder können sich in den seltensten Fällen selber helfen oder sich wehren - und sind deswegen auf besonderen Schutz angewiesen

Kinder sind unser aller Zukunft heißt es ja immer. Vielleicht sind Kinder deshalb ein so sensibles Thema. Laut Statistischem Landesamt wurden 2800 Schutzmaßnahmen im Jahr 2014 durchgeführt, das waren 33 mehr als im Vorjahr. 

Wie schützt das Jugendamt Kinder?

Alle Handlungen, die Schutzmaßnahmen umfassen, nennt man Inobhutnahme. Sie werden im Sozialgesetzbuch unter §42VIII geregelt.  Dabei geht es entweder darum, das Kind oder den Jugendlichen bei einer geeigneten Person oder in einer geeigneten Einrichtung unterzubringen, oder aber das Kind/den Jugendlichen sogar aus dem Umfeld der Gefährdung herauszunehmen. Das geschieht einerseits, wenn das Kind darum bittet, aus seinem Umfeld herausgenommen zu werden oder andererseits, wenn objektiv eine akute Kindeswohlgefährdung droht.

In der Regel bedeutet Inobhutnahme zuerst eine Stationäre Unterbringung, welche meist zwischen zwei und zwölf Tagen dauert. Weiterhin wird gepüft, ob und wie schnell die Gefährdung des Kindes beendet werden kann, beziehungsweise, wenn vom Jugendamt Hilfe bei der Erziehung zu gesagt wurde, wann diese Hilfe  zur Verfügung steht.

Yannick Stelter erklärt die Zusammenhänge, nachdem er mit Diana Roth vom Statistischen Bundesamt, und Nadine Hafkesbrink, der amtlichen Sozialbezirksleiterin des allgemeinen Sozialdienstes sprach: 

Yannick Stelter über Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche
 

Von den 2.800 Maßnahmen im Jahr 2014 fanden 714 Inobhutnahmen in Leipzig statt, genauso viele wie im letzten Jahr.

 

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Paula Kittelmann, Yannick Stelter
21.09.2015 - 18:30