Luftreinhalteplan für Leipzig

Weniger Verkehr für frische Luft

Vor acht Jahren hat die Bundesregierung Höchstwerte für Feinstaub-Emissionen festgelegt. In Leipzig werden diese noch immer deutlich überschritten. Die Stadt Leipzig will nun handeln: Autofahrer müssen sich zukünftig auf Einschränkungen einstellen.
Auspuff
Die Autos der Leipziger stoßen noch immer zu viele Stickstoffoxide aus.

Zu viel Feinstaub, zu viele Stickoxide - die Leipziger Luft ist nicht sauber genug, wenn es nach der Bundesregierung geht. 2009 hat sie Richtwerte festgelegt, die von Leipzig deutlich überschritten werden. Das soll sich nun ändern, denn die Stadt hat gestern einen neuen Luftreinhalteplan vorgelegt. Dieser soll bis Anfang 2018 im Stadtrat beschlossen werden.

Einschränkungen für Autofahrer

Der Luftreinhalteplan der Stadt sieht vor, den Verkehr auf vier Hauptstraßen in Leipzig zu verteilen. Betroffen sind die Jahnallee am Sportforum, die Eutrizscher und Berliner Straße nördlich der Innenstadt, sowie die Harkortstraße im Zentrum Süd. Das bedeutet: Zu Stoßzeiten soll nur eine bestimmte Anzahl von Autos durch diese vier Straßen fahren dürfen. Der Verkehr dort soll durch elektronische Straßenschilder flexibel gesteuert werden: Bei hohem Verkehrsaufkommen können so bestimmte Straßen gesperrt und andere freigegeben werden. Außerdem solle die Höchstgeschwindigkeit auf bestimmten Straßenabschnitten auf 30 km/h gesenkt werden.
Auch über Neuregelungen auf dem Innenstadtring soll im Stadtrat diskutiert werden. Autofahrer müssen daher in Zukunft mit Einschränkungen rechnen.

Kritik aus dem Stadtrat

Gelingt es der Stadt nicht, die vorgegebenen Werte einzuhalten, könnte die Umwelthilfe für die Stadt gekürzt werden. Der Luftreinhalteplan soll das verhindern. Ob dieses Ziel durch ihn erreicht werden kann, ist unklar.

Bei den meisten Fraktionen stößt der neue Umweltplan auf Zustimmung. Dennoch gibt es Bedenken. Ein mögliches Problem: Auf den neu geregelten Straßen könnte es zu längeren Staus kommen - wodurch wieder vermehrt Abgase entstehen könnten.

Laut Claus Müller von der Leipziger SPD-Fraktion geht der Plan nicht weit genug. Er schlägt eine Alternative vor:

Wir fordern schon immer, mehr Straßenbäume zu pflanzen. Es ist schließlich bekannt, dass diese sowohl Kohlendioxid und Feinstaub aufnehmen, als auch Sauerstoff abgeben.

Claus Müller, SPD

Ein Weg, um diese Straßenbäume zu finanzieren, ist das Baumpatenschaftsprogramm der Stadt. Für 250 Euro kann jeder eine Patenschaft kaufen. Ein junger Baum wird gepflanzt und mit einer Plakette versehen, die der Pate gestalten kann. In Zukunft wird das möglicherweise einfacher, denn die Stadt hat kürzlich eine Karte veröffentlicht, auf der mögliche Patenbäume markiert sind. Damit soll die Baumpatenschaft vereinfachen werden. Das damit eingenommene Geld soll für weitere Bäume, zum Beispiel in Parks und an Straßen, verwendet werden.

Was die Linke und die SPD über den Luftreinhalteplan denken, hören Sie hier:

Der Beitrag von Janek Kronsteiner zum Luftreinhalteplan.
2909 Luftverschmutzung
 

Kommentieren

Lea Schröder
29.09.2017 - 19:55