Umwelt

Weniger Feinstaub in Silvesternacht

In der Silvesternacht werden durch Feuerwerk bis zu 17 Prozent der gesamten Jahresmenge an Feinstaub freigesetzt. Doch dieses Jahr war das anders. Karin Bernhardt vom sächsischen Landesamt für Umwelt erklärt warum.
Feuerwerk
Feuerwerk ist nicht nur schön anzusehen, es setzt auch große Mengen an Feinstaub frei.

Feuerwerk sorgt in der Silvesternacht jedes Jahr für Spitzenwerte an Feinstaub. Über die diesjährige Konzentration in Leipzig und die gesundheitlichen Gefahren sprachen wir mit Karin Bernhardt, Pressesprecherin des sächsischen Landesamts für Umwelt.

Das Interview können Sie hier nachhören oder im Folgenden nachlesen: 

Moderator Manuel Anhut im Gespräch mit Karin Bernhardt
 

mephisto 97.6: An Silvester treten bis zu 17 Prozent der Jahresmenge an Feinstaub aus. Wie war es in diesem Jahr?

Karin Bernhardt: In diesem Jahr ist es so, dass uns das günstige Wetter in die Hände gespielt hat. Wir hatten einen sehr windigen Jahreswechsel, also keine typische Feinstaub-Wetterlage. Außerdem hatten wir milde Temperaturen in den Neujahrstag hinein und auffrischenden Wind. Die sonst gewohnt erhöhten Spitzenwerte durch das Haupt-Silvester-Feuerwerk um 0 Uhr traten auf, sich aber die Konzentrationen relativ schnell zurückgebildet haben. Es gab nur eine Ausreißer-Station in Sachsen, das war in diesem Jahr Chemnitz mit 600 Mikrogramm pro Stunde. Vergleich zu Leipzig oder Dresden: Dort lagen die Werte nur bei 100 Mikrogramm. Das sind die Stunden-Spitzen. Der Tagesmittelwert - der eigentliche Grenzwert - wurde an allen Stationen eingehalten, außer in Chemnitz. Dort hatten wir 62 Mikrogramm, erlaubt sind aber nur 50 Mikrogramm.

Was sind die Gefahren, wenn diese Werte über längere Zeit überschritten werden? 

Es ist ja nicht das Wetter allein verantwortlich für das Entstehen von Feinstaub, sondern viele Randbedingungen spielen eine Rolle. Das ist zum Beispiel der Verkehr, Industrie und Heizung, da kommt vieles zusammen. Wenn dann daraus ein Cocktail entsteht und wir noch eine Wetterlage haben, windstill und wo die oberen Luftschichten wärmer sind als die am Boden, wo die schlechte Luft nicht abziehen kann, dann sprechen wir von sogenannten Feinstaub-Episoden. Die können sich gesundheitlich auswirken, besonders bei Menschen, die Atemwegs- oder chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden.

 

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Isabell Bergner
02.01.2018 - 18:39
  Wissen