Verfassungsklage "Dritte Option"

Weiblich, männlich, anderes

Die Kampagne Dritte Option fordert eine Einführung des Geschlechtseintrags "inter/divers" in die Geburtsurkunden. Der/die Intersexuelle Vanja reicht eine Klage beim Bundesverfassungsgericht ein.
Drittes Geschlecht
Intersexuelle Personen stehen zwischen den Geschlechtern

Heute zieht eine Demo bis zum Bundesverfassungsgericht Karlsruhe, um die Klage der intersexuellen Vanja einzureichen. Der Pressesprecher der Kampagne Moritz Schmidt fordert eine dritte Option beim Geschlechtseintrag. In einer Klage will die Gruppe die dritte Option „inter/divers“ für Intersexuelle einbringen, nachdem eine Beschwerde vor dem Bundesgerichtshof bereits scheiterte. Schon bei einem Behördengang, einem Arztbesuch, einer Einschreibung an der Uni oder bloß einem Toilettengang werden Intersexuelle mit der Unterscheidung weiblich/männlich konfrontiert.

Ein selbstbestimmter Eintrag

Im Personalausweis ist das Geschlecht festgeschrieben. Was bezeichnet das Geschlecht aber, wenn keine der beiden Optionen auf die bezeichnete Person zutrifft? Der Alltag intergeschlechtlicher Menschen ist gezeichnet von Diskriminierung, Missverständnissen und normativen Zuschreibungen, da sie aus dem gesellschaftlichen Raster fallen. Der Zuordnungszwang wird nicht zuletzt auch für Sportler bei Wettkämpfen schwierig. Dagegen will die Kampagne für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz inter- und transgeschlechtlicher Personen klagen. Dabei gehe es neben der Sensibilisierung auch darum, künftig unnötige Operationen an Säuglingen und Kleinkindern einzustellen. Viele Intersexuelle leiden später an den Folgen der Geschlechteranpassung im Kindesalter. Seit 2013 wurde die Möglichkeit, das Geschlecht offenzulassen, gesetzlich festgeschrieben. Eine eigene Geschlechtsbezeichnung für Intersexuelle gibt es jedoch bisher nicht. Die Gruppe Option Drei hofft, dass sich durch den Eintrag „inter/divers“ sowohl intergeschlechtliche, als auch transgeschlechtliche Menschen für den Eintrag selbst entscheiden können. Dies soll auch ohne medizinische oder psychologische Prüfung möglich sein.

Schätzungsweise gibt es in Deutschland 80.000 Intersexuelle, für die weder die Bezeichnung Mann noch Frau eindeutig zutrifft. Die Dritte Option Gruppe beruft sich in ihrer Kampagne vor allem auf das Recht auf Selbstbestimmung.

mephisto 97.6- Redakteurin Johanna Bastian hat Näheres zu den Hintergründen der Klage in Erfahrung gebracht:

 

 

mephisto97.6-Redakteurin Johanna Bastian über Intersexualität
BmE Intersexualität
 

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