Architektur in Leipzig

Was weg kann und was bleiben soll

Über die Leipziger Architektur schimpfen – oder sie loben: Dazu ruft die Stadträtin der Piratenpartei mit ihrer Aktion "Kann weg" auf. Per Mail sollen Bürger ihr mitteilen, welche Gebäude sie an Leipzig lieben – oder eben hassen.
Gewandhaus
Ist das Gewandhaus schön oder ein Klotz aus Glas und Beton? "Kann weg" fragt nach Meinungen zum Leipziger Stadtbild.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, auch bei der Architektur. Während der eine die Probsteikirche am Wilhelm-Leuschner-Platz modern und aussdrucksstark findet, würde der andere sie am liebsten sofort abreißen lassen. Doch egal welche Meinung man über die Gebäude der Stadt auch haben mag: Ute Elisabeth Gabelmann, Stadträtin für die Piratenpartei, will sie hören. Mit  ihrer Online-Aktion "Kann weg" ruft sie die Bürger dazu auf, über die Schokoladen- und Schattenseiten des Leipziger Stadtbildes nachzudenken.

 mephisto 97.6 Redakteurin Susi Große weiß, wovon das Projekt Gabelmanns inspiriert ist und worauf sie im Leipziger Stadtbild verzichten könnte:

mephisto 97.6 Redakteurin Susi Große mit Details zu den Plänen von Ute Gabelmann.
BmE Stadtentwicklung

Vorbild für das Projekt ist der „Abrissatlas“ aus Berlin. Dort haben vor zwei Jahren Architekten und Stadtentwickler zusammengestellt, welche 50 Gebäude aus dem Stadtbild entfernt werden sollten. Das Ergebnis war eine Debatte über Verantwortung und Ästhetik im städtischen Raum. Da das Thema Architektur auch in Leipzig immer wieder heiß diskutiert wird, erhofft sich Stadträtin Gabelmann nun auch hier eine Art "Hitliste der Bauten, die wegkann". Doch nicht nur zum Meckern soll "Kann weg" die Leipziger animieren: Auch Gebäude, die Leipzigs Stadtbild ausmachen und daher unbedingt bleiben müssen, sollen die Bürger der Stadträtin nennen.

Gabelmann zufolge müssten Bürger viel stärker in die Gestaltung ihrer Stadt einbezogen werden. Schließlich soll die Architektur nicht nur Investoren, sondern auch den Leipzigern gefallen. Daher wird sie alle Reaktionen auf "Kann weg" in einigen Wochen auswerten und auf ihrer Webseite veröffentlichen.

 

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Wer an der Aktion teilnehmen möchte, kann eine Email mit Vorschlägen, was aus dem Leipziger Stadtbild verschwinden oder was bleiben sollte mit einer kurzen Begründung an kannweg@piratenlily.net .