Kultur-Jahresrückblick

Was ging 2016 über die Bühne?

Auch wenn 2016 vielleicht nicht als das kultivierteste Jahr in die Geschichtsbücher eingehen wird, haben wir die wichtigsten Kulturereignisse des Jahres zusammengestellt. Außerdem: Ein Interview mit Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke.
Kultur bei mephisto 97.6
Kultur bei mephisto 97.6

Interview mit Skadi Jennicke

Skadi Jennicke
Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke

Seit Juni 2016 ist Skadi Jennicke als Leipzigs Kulturbürgermeisterin im Amt. Die promovierte Dramaturgin und langjährige Stadtratsabgeordnete der Linken wurde zum zweiten Wahltermin gewählt. Zwar hatte sie auch beim ersten Mal im Mai die Mehrheit der Stimmen im Stadtrat erhalten, doch da sie selbst mit abstimmte, wurde die Wahl für ungültig erklärt. Im Interview mit mephisto 97.6 zog Jennicke eine Bilanz ihres ersten halben Amtsjahres und äußerte sich zu den kulturellen Baustellen Naturkundemuseum und Museum der bildenden Künste. Sie sprach sich gegen eine Verwaltungsstrukturreform der städtischen Kultureigenbetriebe aus, die wiederholt von der CDU gefordert wurde. Sie äußerte sich auch dazu, warum in Zukunft steigende Kosten für Oper, Gewandhaus, Theater der jungen Welt und Schauspiel zu erwarten sind:

Wir werden auch in Zukunft damit rechnen müssen, dass die Zuschüsse steigen. Weil [...] so, wie diese Häuser aufgestellt sind – repertoireorientiert, ensemblebasiert – werden wir mit steigenden Kosten mindestens in Höhe der Tariferhöhungen rechnen müssen. Wenn wir das nicht wollen, müssen wir sagen, welches Haus wir schließen wollen. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung.

Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke im Gespräch mit Nico van Capelle
Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke im Gespräch mit Nico van Capelle

Bereits im September sagte Skadi Jennicke bei mephisto 97.6, warum Leipzig nicht Europäische Kulturhauptstadt 2025 werden will.

Vier Tage Wagner in der Oper

Oper Leipzig
"Der Ring des Nibelungen" von Richard Wagner wird auch an der Oper Leipzig aufgeführt.

Seit dem Wagner-Jahr 2013 schmiedete die Leipziger Oper an einer Inszenierung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen – in jedem Jahr kam ein Teil der Tetralogie auf die Bühne. Regie führte Rosamund Gilmore, es dirigierte der Intendant und Generalmusikdirektor Ulf Schirmer. Es war die erste Leipziger "Ring"-Inszenierung seit der von Joachim Herz im Jahr 1976. 2016 war der "Ring" mit der abschließenden Premiere der Götterdämmerung im April komplett und kam an vier aufeinanderfolgenden Tagen zur Aufführung. Dieser Zyklus war besonders bei ausländischen Gästen beliebt – über 40 Prozent der Karten wurden außerhalb Deutschlands verkauft.

"Der Ring des Nibelungen" in Leipzig – eine Bilanz von Thilo Körting im Gespräch mit Nico van Capelle
"Der Ring des Nibelungen" in Leipzig – eine Bilanz von Thilo Körting im Gespräch mit Nico van Capelle

Im Mai sprachen wir ausführlich über den Leipziger "Ring". Das Audio finden Sie hier.

Virtual Reality setzt sich durch

Davon haben Videospieler seit Langem geträumt: Dass man nicht nur einen plumpen Controller aus Plastik in die Hand nimmt, auf dem man Knöpfe drückt und Sticks bewegt, um seine Spielfigur zu steuern. Sondern dass man wirklich eins wird mit einer anderen Welt, einer virtuellen Realität – mit einer VR-Brille. Für die Virtual Reality war 2016 ein entscheidendes Jahr – seit einigen Monaten kommen Millionen Spieler in ihren Genuss.

Virtual Reality setzt sich durch – Einschätzungen von Tobias Schmutzler im Gespräch mit Nico van Capelle
Virtual Reality setzt sich durch – Einschätzungen von Tobias Schmutzler im Gespräch mit Nico van Capelle

Eine ausführliche Besprechung von Space Rift finden Sie hier. Moderator Nico van Capelle hat sich 2016 auch selbst in die Virtuelle Realität begeben – einen kurzen Eindruck gibt es hier.

Literatur-Highlights 2016

Der Druckstatus: Thilo Körting, Sarah Emminghaus, Markus Lücker und Lara Lorenz
Der Druckstatus: Thilo Körting, Sarah Emminghaus, Markus Lücker und Lara Lorenz

Die Literaturredaktion von mephisto 97.6 hat sich auch 2016 wieder durch die Kataloge der Verlage gewälzt und Bücher gelesen, bewertet und besprochen. Allein zur Buchmesse im März haben wir fast 50 Autoren interviewt. Zum Abschluss des Jahres präsentierten unsere Literaturredakteure Thilo Körting, Sarah Emminghaus, Markus Lücker und Lara Lorenz ihr Literatur-Highlight von 2016. Sie empfehlen vier Bücher, die sich nicht auf den Bestseller-Listen finden und unbedingt zum Schmökern lohnen:

  • Niña Weijers: Die Konsequenzen (Suhrkamp Verlag, 359 Seiten, 22 Euro)
  • Orson Welles: Herz der Finsternis (Hörbuch, Der Audio Verlag, 150 Minuten, 16,99 Euro)
  • Judith Hermann: Letti Park (S. Fischer Verlag, 192 Seiten, 18,99 Euro)
  • Maren Kames: halb taube halb pfau (Secession Verlag, 150 Seiten, 35 Euro)
Die Buch-Highlights 2016 – vorgestellt von der mephisto 97.6-Literaturredaktion
Die Buch-Highlights 2016 – vorgestellt von der mephisto 97.6-Literaturredaktion

Ausführliche Besprechungen der vier Bücher können Sie hier hören.

Die Geschichte des Westens

Heinrich August Winkler
Heinrich August Winkler auf dem Roten Sofa von mephisto 97.6 auf der Leipziger Buchmesse 2016

Es ist ein Mammutwerk: vier Bände, 4.648 Seiten. Das ist die Geschichte des Westens von Heinrich August Winkler, die der Historiker in zwölf Jahren Arbeit geschrieben hat. Im März 2016 wurde er dafür mit dem Leipziger Buchpreis für Europäische Verständigung ausgezeichnet. In seinen Büchern schlägt der Autor einen großen Bogen von der Antike bis fast zur Gegenwart, in dem er zu ergründen versucht, was den Westen ausmacht. Im Gespräch mit mephisto 97.6 auf der Leipziger Buchmesse fasste es Winkler thesenartig zusammen.

Heinrich August Winkler spricht über die Geschichte des Westens
Heinrich August Winkler spricht über die Geschichte des Westens

Das ganze Interview mit Heinrich August Winkler finden Sie hier.

 

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