Stadtratswahl 2019

Was beschäftigt Wahlkreis 7?

Skater suchen sich ihren Platz in der Stadt. Treppenstufen, zusammengeschraubte Rampen, Geländer. Besonders wenn das Angebot an öffentlichen Skateparks knapp ist, muss man Eigeninitiative ergreifen. Doch das stört die Anwohner im siebten Wahlkreis.
Stadtratswahl Leipzig 2019 - Wahlkreis 7
Stadtratswahl Leipzig 2019 - Wahlkreis 7

Der Beitrag zum Nachhören:

Wahlkreis 7 - ein Beitrag von Philip Stengel und Charis Torej
Kommunalwahl - Wahlkreis 7

Eine Gruppe von Skatenden baute sich auf dem Jahrtausendfeld im Leipziger Bezirk Alt-West eine eigene Skateanlage zusammen. Doch der Sport macht Krach, und Lärmbeschwerden machen der Stadtverwaltung Sorgen. Im Sommer 2017 wurde die Anlage dann schließlich abgebaut, ohne vorher mit den betroffenen Jugendlichen geredet zu haben. Einige Skatende, die wir spontan befragt haben, erinnerten sich gut an den damaligen Vorfall.

Es gibt einfach keine Alternativen.

               ein junger Skater

Die Deinstallation der Anlage widerspricht einem Beschluss des Stadtrats aus dem Jahre 2014. Dieser sah vor, dass vorhandene Skateparks erhalten werden sollen. Juliane Nagel von der Partei die Linke kritisiert das Verhalten der Stadt. Das bisherige Schweigen der Stadtverwaltung sei eine traurige Sache, vor allem für die Jugendlichen, so Nagel. Auch die betroffenen Skatenden können das Handeln der Stadt nicht nachvollziehen. Es sei eine sinnlose Aktion gewesen, da man nachts eh nicht skaten konnte, so einer der Skater. 

Mögliche Lösungen

Nagel sieht die Lösung im sogenannten "Agent of Change" Prinzip. Es verpflichtet diejenigen, die als zweites kommen, selbst dafür zu sorgen, dass eine harmonische Nutzung der Baustandsnutzung ermöglicht wird. So müsse ein Bauherr selbst in Lärmschutz investieren, falls eine bereits bestehende Anlage in der Nachbarschaft existiert. 

Eric Buchmann von der CDU erinnert sich, dass der Vorfall am Jahrtausendfeld kein Einzelfall war. Die Stadtverwaltung reagierte wohl schon öfter mit Deinstallationen, selbst wenn nur eine einzige Beschwerde vorlag. Nun befindet sich ein neuer Standort für Skateanlagen in der Prüfung. Die Georg-Schwarz-Brücken sollen es werden, denn dort entsteht auch ein neues Bahnhofsgelände. So möchte man Anwohnerbeschwerden vorbeugen. Doch die Skatenden sind von dieser Lösung nicht überzeugt. Es sei ein bisschen spät, so die Betroffenen. 

Die Stadt wollte sich sich zu dieser Thematik leider nicht äußern. 

Der Blick in die Zukunft 

Wie so oft ist es ein Konflikt der Interessen, dort im Westen Leipzigs. Die Suche nach möglichen Skateplätzen geht weiter. Wie die Stadt mit den Anliegen der Jugendlichen umgeht, wird die kommende Stadtratswahl zeigen.

 

Kommentieren