Stadtratswahl 2019

Was beschäftigt Wahlkreis 2?

Regionalität liegt voll im Trend. Dies zeichnet sich auch im Konsumverhalten der Leipziger ab, besonders der Leipziger Osten ist von Landwirtschaft geprägt. Aber woher kommen die Produkte und wie geht es den Menschen, die sie erzeugen?
Stadtratswahl Leipzig 2019 - Wahlkreis 2
Stadtratswahl Leipzig 2019 - Wahlkreis 2

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Beitrag von Hannah Vossen und Maxi Kretzschmar
2102 Landwirtschaft

Leipzig boomt. Viele Menschen zieht es in unsere schöne Stadt. Doch die wachsende Bevölkerung will auch ernährt werden. Laut der Studie „Wie regional is(s)t Sachsen?“ im Auftrag des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft von 2018 ist für jeden Dritten beim Einkaufen das Label „Regional“ wichtiger als der Vermerk „Bio“. Doch woher stammen eigentlich die regionalen Produkte, auf die alle so abfahren? Und wie geht es den Menschen, die sie erzeugen?

Diagramm

Regionalität ist „in“

Eingang des Linke-Hofs.
Eingang des Linke-Hofs.

Im Gegensatz zu den anderen Ortsteilen ist der Leipziger Osten von Landwirtschaft geprägt. Zahlreiche Bauernhöfe prägen die ländliche Region am Stadtrand. Dort blicken die Landwirte und Landwirtinnen grundsätzlich positiv in die Zukunft.

Einer von ihnen ist Reinhard Sommer, der Besitzer des Linke-Hofs in Baalsdorf. Gemeinsam mit seiner Frau und einigen Angestellten betreibt er den kleinen Biobauernhof am östlichen Leipziger Stadtrand.

Drei Mal pro Woche hat auch der eigene Hofladen geöffnet, in dem vor allem selbst angebautes Gemüse vertrieben wird. Dieses Konzept kommt bei der umliegenden Bevölkerung super an:

Das Potential ist [...] die Regionalität. Also die Nachfrage nach regionalen Produkten ist ganz groß. Das merken wir also auch.

Reinhard Sommer, Besitzer des Linkehofs

Landwirtschaft muss Bauland weichen

Doch trotz positiver Entwicklung mache Zuzug und Ausbau von Infrastruktur der Landwirtschaft zu schaffen. Und das betreffe am Ende alle. Reinhard Sommer sieht besonders ein Problem in der Flächenversiegelung, wodurch landwirtschaftliche Fläche dem Bauland weichen muss. Ähnliches bestätigt Thomas Rößner, Vorstand der Genossenschaft Agrarprodukte Kitzen.

Das Wachstum der Stadt Leipzig hat natürlich viele Vorteile, aber bringt für uns auch ein paar Nachteile mit sich. [...] So schwindet eigentlich regelmäßig jedes Jahr ein Teil unserer Produktionsgrundlage. 

Thomas Rößner, Vorstand der Agrarprodukte Kitzen

Und was jetzt?

Man kann auf jeden Fall ein Umdenken und ein Bewusstsein für regionale Landwirtschaft in der Leipziger Bevölkerung erkennen. Der Trend geht eindeutig in Richtung Regionalität. Besonders junge Leipziger zeigen großes Interesse an regionalen Produkten. Wenn es aber durch Zuzug immer weniger Landfläche gibt, dann wird es in Zukunft schwieriger, die wachsende Bevölkerung zu ernähren. Denn wie heißt es doch so schön, Gärtnern ist die einzige Philosophie, von der man satt wird.

 

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