Tarifverhandlungen

Warnstreik an der Leipziger Uniklinik

Heute kam es aufgrund von Streiks zwischen sechs und 21 Uhr zu Einschränkungen im Betrieb der Uniklinik Leipzig. Alle geplanten Operationen mussten abgesagt werden.
Uniklinikum Leipzig
Das Universitätsklinikum Leipzig

Bis zum Nachmittag beteiligten sich laut ver.di über 550 der 3.400 Betroffenen nichtärztlichen Beschäftigten an einem Warnstreik. Neben den Pflegekräften sind das vor allem die medizinischen Fachangestellten. In einigen Bereichen wie OP, Sterilisation und Anästhesie lag der Betrieb komplett lahm. Die Notfallversorgung sei aber die ganze Zeit gesichert, so ver.di-Verhandlungsführer Wolfgang Pieper. Laut der Uniklinik liefen auch Notaufnahme, Kreißsaal und Kinderklinik normal weiter.

ver.di fordert Lohnerhöhung

Seit Januar verhandelt ver.di mit dem Uniklinikum. Heute kam es zum zweiten Streik in diesem Monat. ver.di fordert eine 7,5-prozentige Lohnerhöhung über die nächsten 12 Monate. Die Uniklinik hatte zuletzt fünf Prozent über zwei Jahre angeboten. Wolfgang Pieper, Verhandlungsführer von ver.di, nennt dieses Angebot eine Mogelpackung. Denn dafür solle die variable Jahressonderzahlung von 20 Prozent für alle Pflegekräfte entfallen. Dadurch würden die Beschäftigten im ersten Jahr weniger Geld bekommen, als vor den Verhandlungen. Im zweiten Jahr sei die Lohnerhöhung immer noch geringer als die erwartete Inflationsrate. Das heißt, die Löhne steigen langsamer, als das Geld entwertet wird. Und schon jetzt würden an keinem deutschen Uniklinikum so geringe Löhne wie in Leipzig gezahlt werden. Auch im Vergleich mit anderen sächsischen Unikliniken schneide Leipzig schlecht ab: 18,5 Prozent mehr Lohn bekämen die Angestellten in Dresden.

„Wirtschaftlich nicht umsetzbar ”

Die Leipziger Uniklinik erklärte, dass es schon in den letzten beiden Jahren zu Lohnsteigerungen von neun Prozent kam. Marya Verdel vom kaufmännischen Vorstand am Uniklinikum versichert, dass sie allen Mitarbeitenden dauerhaft faire Löhne zahlen wollten.

Dass damit verbundene Steigerungen aber auch wirtschaftlich umsetzbar sind, sollte im Interesse aller Beteiligten sein.

Maya Verdel

Ab morgen geht es dann normal mit den Tarifverhandlungen weiter. Die Uniklinik hofft auf konstruktive Verhandlungen.

 

Kommentieren