AfD Parteitag

Wahl der Landesliste

Dieses Jahr ist Bundestagswahl. Die Parteien stimmen sich langsam darauf ein. So auch die sächsische AfD, die am Wochenende ihre Landesliste für die Bundestagswahl wählte. Überschattet wurde der Parteitag von den Diskussionen um Björn Höcke.
Frauke Petry wird 2017 nicht für den Wahlkreis Leipzig kandidieren.
Die AfD wählte am Wochenende ihre Listenkandidaten für die Bundestagswahl.

Landesparteitag: Runde 1

Insgesamt haben 320 Delegierte am Wochenende die Listenkandidaten gewählt. Dabei erreichte Frauke Petry den ersten Listenplatz mit 79 Prozent aller Stimmen. Darauf folgte der Dresdner Richter Jens Maier mit 15 Prozent aller Stimmen und an dritter Stelle wurde der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Siegbert Droese gewählt. Die AfD setzt die Wahl der Listenplätze Anfang März fort, da die Delegierten nur bis zum fünften Listenplatz gekommen sind. Für diesen Parteitag der AfD gab es Kritik von der Presse, da auf Antrag eines Delegierten ein Journalist der Sächsischen Zeitung davon ausgeschlossen wurde. Der Grund: Die Zeitung würde angeblich "Hetzartikel" verfassen. Jedoch bekam die AfD von anderen sächsischen Medien Gegenwind, denn diese solidarisierten sich mit der Zeitung und stellten Aufzeichnungen zur Verfügung.  

Meinungsverschiedenheit statt Einigkeit

Im Vorfeld wurde eine Debatte um die Rede von Björn Höcke angestrebt. Dieser wurde kritisiert, weil er die Holocaustgedenkstätte in Berlin als "als Denkmal der Schande" bezeichnet hatte. Jedoch wurde von den Delegierten gegen eine Debatte gestimmt, obwohl Petry eine Distanzierung anstrebte. Der Politikwissenschaftler Hendrik Träger ist der Meinung, dass dieser Vorfall zeigt, dass Petry kein Hausrecht hätte und sich bei Themen, die ihr wichtig sind, nicht durchsetzen könne.

Es zeigt auch, dass ein Großteil des sächsischen AfD-Basis offensichtlich mit dem, was Bernd Höcke in den letzten Wochen von sich gegeben hat, nicht ganz nicht einverstanden ist. Das sollte Frauke Petry und den nicht ganz so reaktionären Kräften in der AfD zu denken geben.

Hendrik Träger

Ein Vorfall, der auch zeige, dass die Partei in sich gar nicht so stabil ist. Das kommt auch in der Belegung des zweiten Listenplatzes zum Ausdruck: gegen den Dresdner Richter Jens Maier laufen Ermittlungen wegen Volksverhetzung. Er hatte auf derselben Veranstaltung gesprochen, bei der auch Höcke seine viel kritisierte Rede gehalten hatte. Maier hatte dort den angeblichen "Schuldkult" der Deutschen für "endgültig beendet" erklärt.

Redakteurin Sophie Schröder mit den Informationen und Ergebnissen zum Landesparteitag der sächsischen AfD:

mephisto 97.6 Redakteurin Sophie Schröder mit weiteren Informationen zum Landesparteitag der AfD
 
 

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Sophie Rauch
02.02.2017 - 15:49