Sicherheit

Waffenverbotszone kommt verspätet

Die sogenannten Waffenverbotszonen sind in Sachsen schon seit Längerem im Gespräch. In der Eisenbahnstraße sollte seit einiger Zeit eine Waffenverbotszone eingerichtet werden, das hat sich aber lange verzögert. Nun gibt es aber eine Neuerung.
Polizei auf Streife
Die Polizei wird ab November verstärkt in den neuen Waffenzonen kontrollieren

Nach den Schießereien in der Leipziger Eisenbahnstraße wurde der Ruf nach einer Waffenverbotszone laut. In einer solchen Zone ist das Tragen einer Waffe, zum Beispiel einer Schreckschusspistole, nicht erlaubt – auch, wenn man einen Waffenschein besitzt. Außerdem hat die Polizei in einer Waffenverbotszone besondere Befugnisse. Unter anderem ist es ihnen gestattet, Personen auf bloßen Verdacht hin zu kontrollieren, wird man mit einer Waffe erwischt, drohen Bußgelder: Für Mehrfachtäterinnen und Mehrfachtäter sogar bis zu 10.000€. Ausnahmen gibt es bei zum Beispiel bei Sicherheitsdiensten oder Sportschützinnen und Sportschützen, die ihre Waffen transportieren müssen.

Lange Verzögerungen

Im November dieses Jahres soll diese Zone nun in der Leipziger Eisenbahnstraße eingerichtet werden. Eigentlich sollte die Zone bereits im vergangenen Jahr eingerichtet werden, dieser Schritt verzögerte sich aber immer wieder.

Die Zone soll nun als eine sogenannte „erweiterte Waffenverbotszone“ umgesetzt werden. Das bedeutet, dass nicht nur Schusswaffen verboten werden sollen, sondern auch „gefährliche Gegenstände“, also solche, die als Waffen genutzt werden können, dazu gehören zum Beispiel Messer oder Baseballschläger.

Aus diesem Grund verzögerte ich die Einrichtung der Waffenverbotzone auch immer wieder. Da die Stadt Leipzig und der Landkreis die Zone erst später geplant haben, muss nun die Polizeiverordnung geändert werden. Außerdem müssen für Händlerinnen und Händler bestimmte Ausnahmegenehmigungen geschaffen werden, weil es auf der Eisenbahnstraße viele Geschäfte gibt, die zum Beispiel Messer für ihre Arbeit brauchen. In einem Teppichladen gibt es zum Beispiel Teppichmesser, in einem Dönerladen ein Dönermesser - diese Gegenstände fallen dann natürlich auch unter die „gefährlichen Gegenstände“ Für jede dieser Situationen muss es dann eine Genehmigung geben. Das dauert bei der hohen Dichte an Geschäften und Imbissen auf der Eisenbahnstraße eine Weile.

Polizeisprecher Andreas Löpki bestätigte heute gegenüber mephisto 97.6, dass die Polizei weiter auf diese Zone hofft. Seiner Meinung nach ginge es weniger darum, dass dort Waffen verboten werden, sondern dass die Polizei die Möglichkeit hat, Personen ohne Verdacht kontrollieren zu können.

 

Der Beitrag zum Nachhören:

Moderator Manuel Anhut im Gespräch mit Linus-Benedikt Zosel.

 

 

 

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