Universitätspartnerschaft

Vorurteile überwinden

Die Partnerschaft der Universität Leipzig und der Ohio University feiert ihren 25. Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums erzählen Professoren und Studierende über ihre Vorurteile.
Durch die Universitätspartnerschaft können Studierende eigene Erfahrungen machen und Vorurteile abbauen.
Vorurteile lassen sich durch einen Auslandsaufenthalt leicht abbauen.

Seit 25 Jahren haben Studierende der Universität Leipzig die Möglichkeit, an der Ohio University in Athens (Ohio), und damit in den USA zu studieren. Mit im Gepäck haben die Studierenden nicht nur jede Menge Hoffnungen und Träume, sondern auch Vorurteile. Anlässlich des Jubiläums blicken viele Professoren zurück, die an der Partnerschaft beteiligt sind, auch um zukünftige Programme zu entwickeln.

Aktuell sind acht Leipziger Studierende in Athens, hauptsächlich aus der Kommunikations- und Medienwissenschaft. In eben diesem Institut wurde auch der Grundstein der Kooperation gelegt. Dessen Leiter Rüdiger Steinmetz erinnert sich:

„Anfang der 90er Jahre stand Prof. Bob Stewart plötzlich in meinem Büro, mit vielen Vorstellungen und einem Koffer voll Geld.“

Dr. Rüdiger Steinmetz, Leiter Kommunikations- und Medienwissenschaften

Bob Stewart wiederum ist der Leiter des Scripps College, dem journalistische Institut der Ohio University, und ist unter den Studierenden sehr beliebt. Seine tiefe, laute Stimme hallt häufig über die Gänge in Athens. Er arbeitet seit 25 Jahren eng mit den Leipzigern zusammen. Durch die Kooperation sind in diesem Zeitraum tausende Studierende zwischen der Ohio University und der Universität Leipzig gependelt.

Ohio University als Tor zur Welt

Die Partnerschaft mit Amerika sollte die Uni Leipzig Anfang der 90er, kurz nach der Friedlichen Revolution, deutschlandweit interessant für Studierende machen und das journalistische Institut gleichzeitig moderner und weltgewandter gestalten. Mittlerweile gibt es neben dem bewährten Volontariats-Austausch in der Journalistik auch mehrere Doppel-Masterstudiengänge in der KMW und der Chemie.

Stewart schätzt den Austausch sehr, weil ihm das deutsche Wertesystem seine Arbeit erleichtert. Außerdem habe er durch die Freundschaft mit den Leipzigern gelernt:

Wenn du mit einem Deutschen befreundet bist, dann hast du einen guten, einen echten Freund gefunden. 

Prof. Bob Stewart

So eine Freundschaft könne eine große Distanz überbrücken, weil die Deutschen Freundschaft sehr ernst nähmen, meint Stewart.

Vorurteile als Warnung

Das ist ein positives Vorurteil, das auf Stewarts privaten Erfahrungen beruht. Die Leipziger Universitätsrektorin Dr. Beate Schücking ist besorgt, dass ihre Studierenden mit falschen Vorstellungen über den großen Teich fliegen. Bei China sei man sich eher bewusst, dass man da auf eine andere Kultur stößt. Anders sehe das bei den USA aus, weshalb Schücking meint:

Allerdings sollten wir bedenken, dass eben auch das eine vollkommen andere Kultur ist, als die Deutsche oder auch Europäische.“

Dr. Beate Schücking, Rektorin Universität Leipzig

Das Bild von Lederhosen und Bier

Wenn die amerikanischen Studierenden nach ihren Vorurteilen gegenüber Deutschland gefragt werden, kommt viel über das deutsche Image zu Tage. Clayton Hrivr, bewundert die Emsigkeit.

Die Deutschen, die ich kennengelernt habe, als ich in Leipzig war, waren sehr fleißig, besonders was ihre Uni-Arbeit anging.

Clayton Hrvir

Ein genauso bekanntes Stereotyp hat der Chemistudent Brad McCollough im Kopf.

Ich fliege erst im Februar nach Leipzig, aber vor meinem inneren Auge sehe ich alle in Lederhosen tanzend und mit einem Bier in der Hand.

Brad McCollough

USA als Essensparadies

Durch den Austausch leben auch jedes Jahr viele Leipziger Studierende für einige Monate in Athens, Ohio. Studentin Lisa Röver hat sich auf ihr persönliches Essensparadies gefreut und zieht jetzt Bilanz.

Ich dachte, mich erwartet hier der Essenshimmel auf Erden, aber vor allem von den Süßigkeiten bin ich enttäuscht. Die sind in Deutschland auf jeden Fall besser.

 

 

Lisa Röver

Nicht nur Perspektiven und Sprachbarrieren können durch einen Austausch überwunden werden, sondern vor allem Vorurteile. Auch wenn der ein oder andere herausfindet, dass seine Vorstellung eigentlich richtig ist. Studierende und Professoren haben durch die enge Kooperation die Möglichkeit immer wieder über den Tellerrand zu blicken – seit 25 Jahren. 

 Diese Informationen finden Sie hier auch zum Nachhören:

Der Bericht von Lauren Ramoser über die Universitätspartnerschaft von Ohio und Leipzig
0412 Ohio mit Mod
 

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