Themensendung Postkolonialismus

Von Völkerschauen & Freiwilligendiensten

Postkolialismus - ein Wort das ausdrücken soll, dass unser Leben in Europa lange nach Ende des Imperialismus noch immer von kolonialen Denkmustern geprägt ist. Diese Themensendung versammelt Kommentare und Hintergrundbeiträge.
Zoologischer Garten Leipzig
Zoo

 Völkerschauen im Zoo Leipzig

Heute geht man ja meistens in den Zoo, um sich Tiere, meistens Exoten von anderen Kontinenten, anzusehen. Sie in vermeintlich "natürlichen" Umgebungen zu beobachten. Es ist noch gar nicht solange her, da hätte man das Wort "Tiere" im letzten Satz auch mit "Menschen" oder "Wilden" ersetzen können. Ohne schräg angesehen zu werden.

Ab den 1870er Jahren fanden im Zoo Leipzig, genau wie im Clara-Zetkin-Park, Völkerschauen statt. Menschen sowohl aus den Kolonien des Deutschen Reichs als auch aus Nordamerika wurden gezeigt, mussten sich beobachten und begaffen lassen.

Christian Geulen ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Koblenz. Er hat unter anderem bei C.H.Beck ein Buch zur Geschichte des Rassismus publiziert und die aktuelle Ausstellung zur Geschichte des Rassismus im Deutschen Hygienemuseum Dresden wissenschaftlich beraten.

 

Der Historiker Prof. Christian Geulen im Interview mit Lisa Albrecht über die Geschichte des Rassismus
Historiker Christian Geulen im Interview über die Geschichte des Rassismus

Nach dem Abi erstmal ins Ausland

Tausende Abiturienten pilgern jährlich auf den Afrikanischen Kontinent, nach Südamerika oder Asien. Dort arbeiten sie in Projekten, betreuen Kinder in Waisenhäusern, unterrichten in Schulen oder machen etwas andees Soziales. Redakteurin Ronja Binus war in Südafrika. Mittlerweile sieht sie ihren eigenen Freiwilligendienst kritisch. Ein Kommentar.

 

Freiwilligendienste in der Dritten Welt - Ein Kommentar von Ronja Binus
Freiwilligendienste in der Dritten Welt - Ein Kommentar von Ronja Binus

 Eine Frage der Identität

"Wir Deutschen" - wer das ist oder durch was man sich als "Deutscher" auszeichnet, mag schwer zu sagen sein. Aber auf jeden Fall sind es nicht "Die Anderen". Die Fremden. Menschen nutzen dieses "othering" (zu dt. "Andersmachen") dazu, um sich als Gruppe im Unterschied zu anderen zu definieren. Diese Idee stammt von Edward Said, der mit seinem Buch "Orientalismus" den Begriff Postkolonialismus prägte. Redakteurin Nicole Collignon erklärt, wie Postkoloniale Denkmuster uns heute beeinflussen:

 

Was ist eigentlich Postkolonialismus? Ein Beitrag von Nicole Collignon
Was ist eigentlich Postkolonialismus? Ein Beitrag von Nicole Collignon

Marshallplan mit Afrika

Wir brauchen einen Paradigmenwechsel und müssen begreifen, dass Afrika nicht der Kontinent billiger Ressourcen ist, sondern die Menschen dort Infrastruktur und Zukunft benötigen.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Wie genau die Bundesregierung das erreichen möchte - das steht im "Marshallplan mit Afrika". Judith Schneider hat sich mit den Hintergründen beschäftigt.

 

"Der Marshallplan mit Afrika - eine neue Art der wirtschaftlichen Zusammenarbeit". Ein Beitrag von Judith Schneider
Der Marshallplan mit Afrika

Warum reden wir über Postkolonialismus?

Dürfen wir das überhaupt? Denn eigentlich sind wir es doch, wir in Europa, die noch immer von den postkolonialen Strukturen in der Welt profitieren. Warum es trotzdem wichtig ist, darüber zu reden. Ein Kommentar von Anna Bertram.

 

Über Postkolonialismus reden - Ein Kommentar von Anna Bertram
Ein Kommentar von Anna Bertram

 

 

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Im Deutschen Hygienemuseum in Dresden informiert die Ausstellung "Rassismus: Die Erfindung von Menschenrassen" noch bis zum 6. Januar 2019 über die Geschichte des Rassismus. Weitere Informationen auf der Website des DHMD.

Die Website "Leipzig Postkolonial" stellt Informationen über die Spuren des Kolonialismus in Leipzig zur Verfügung. Auserdem organisiert die Arbeitsgruppe den "Postkolonialen Stadtrundgang" durch Leipzig.