Filmrezension

Von Rosen und der wahren Schönheit

Den Zeichentrickfilm kennt fast jeder. Nach 26 Jahren gibt es nun eine Neuauflage. Neben jeder Menge Rosen und der Frage nach wahrer Schönheit wandelt der Film zwischen Kitsch und großer Romantik. Und sorgt schon vor Kinostart für Diskussionsstoff.
Beauty and the Beast
Die Schöne und das Biest

Irgendwo im Frankreich des 18. Jahrhunderts: Ein gutsaussehender, aber arroganter und unbarmherziger Prinz gibt ein Fest. Als eine alte Bettlerin um Schutz vor der Kälte bittet, will er sie des Schlosses verweisen. Da verwandelt sich die alte Frau in eine wunderschöne Zauberin und belegt den Prinzen und seinen Hofstaat mit einem Fluch. Der Prinz muss als Biest leben und seine Diener als Gebrauchsgegenstände. Nur wenn der Prinz bis zu seinem 21. Geburtstag die wahre Liebe findet, wird der Bann gebrochen.

Belle ist ihrer Zeit voraus

Einige Zeit später in einem kleinen Dorf. Die schöne Belle lebt bei ihrem verschrobenen Vater Maurice. Sie passt so gar nicht in das Frauenbild dieser Zeit. Sie kann lesen und will sich auf keinen Mann einlassen. Zugegebenermaßen mangelt es auch an Verehrern - und der, der sie begehrt, guckt sich am liebsten den ganzen Tag selbst im Spiegel an. Gaston heißt der Frauenheld.

Beauty and the Beast
Für Belle gibt es jedoch nur einen Mann in ihrem Leben – ihren Vater. Als er wie jedes Jahr auf dem Markt seine Erfindungen verkaufen will, verunglückt er mit seiner Kutsche und findet durch Zufall den Weg zum Schloss des Biests. Als er im Garten eine Rose pflücken will, wird er vom Biest in den Kerker gesperrt. Belle schafft es aber, ihn zu retten und nimmt seinen Platz ein. Ganz zur Freude der anderen Schlossbewohner. Ist Belle die Auserwählte, die den Fluch brechen kann?

Irgendwo zwischen Kitsch und Romantik

Es ist verblüffend, wie aktuell die Thematik des Films doch ist. Bei der Menge an Rosen und dem Frauenheld Gaston fühlt man sich direkt an die TV-Serie Der Bachelor erinnert. Der Film zeigt jedoch, worum es letzten Endes wirklich gehen sollte – um den Charakter, nicht um äußere Schönheit. Die Figur der Belle macht dabei selbst eine Wandlung durch, erzählt Schauspielerin Emma Watson im Interview mit Disney Deutschland:

Im Animationsfilm war Maurice der Erfinder, der seiner Zeit voraus war. Aber in diesem Film ist es Belle, die ihrer Zeit voraus ist und immer wieder neue Einfälle hat, was ich sehr interessant fand. Ich habe diese Idee geliebt.

Emma Watson

Beauty and the Beast
Nebencharaktere

Dem Regisseur Bill Condon und seinem Team ist es gelungen, alle animierten Figuren im Schloss überzeugend zum Leben zu erwecken. Neben den Hauptdarstellern Emma Watson und Dan Stevens sind es vor allem die Nebendarsteller, die den Film so besonders machen. Zum Beispiel Emma Thompson, die die Teekanne Mrs. Potts spielt und das Mütterliche der Figur mit der Strenge gegenüber dem Biest verbindet. Die größte Überraschung ist allerdings Josh Gad. Er spielt LeFou, den Gehilfen Gastons. Entgegen der trotteligen Witzfigur im Zeichentrickfilm spielt LeFou in dieser Version fast schon eine Schlüsselrolle. Über seine Darstellung sagt Gad Folgendes:

Ich denke, das sorgt für mehr Konflikte und erschafft so eine interessante, dreidimensionale Version des Zeichentrickcharakters.

Josh Gad

LeFou ist auch der Charakter, wegen dem es im Vorfeld schon einige Diskussion gab, da es der erste offene homosexuelle Charakter in einem Disneyfilm ist. Was heißt offen: Man merkt, LeFou schmachtet Gaston an und tanzt mit einem Mann statt mit einer Frau. Das sei ein großes Drama, sodass der Film aus religiösen Gründen sowohl in Russland als auch in Teilen Amerikas nicht gezeigt werden soll.

Redakteurin Johanna Bastian vorab über die Realverfilmung von Die Schöne und das Biest und warum es jetzt schon für Gesprächsstoff sorgt:

mephisto 97.6 Redakteurin Johanna Bastian mit Moderator Thilo Körting darüber, warum "Die Schöne und das Biest" schon vor Kinostart für viel Gesprächsstoff sorgte.
 

Fazit

Für alle, die nicht so verbohrt und tolerant gegenüber allen Arten von Liebe sind, bietet der Film gute Unterhaltung.

Kitschig – das ist wohl das Wort, das den Film am besten beschreibt aber im positiven Sinne. Zugegebenermaßen ist es etwas zu viel des Guten, beispielsweise wenn Gold von der Decke regnet und im Abspann der Titelsong in der fürchterlichen Version von Ariana Grande und John Legend erklingt. Aber besonders die Kulissen, die Kostüme und die Musik sorgen dafür, dass man sich als Zuschauer in dieser märchenhaften Fantasiewelt verlieren kann. Die Schöne und das Biest ist eine würdige Neuauflage des Disney Klassikers.

Redakteurin Annika Sparenborg mit einer Rezension zu der Neuverfilmung von Die Shöne und das Biest:

Annika Sparenborg berichtet von ihrem Kinobesuch in "Die Schöne und das Biest"
1603 rezi die Schöne und das Biest

 

 

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