Theaterrezension

Von Freunden und Drachenblut

Drachen und Freundschaft. Darum geht es bei dem Kinderstück "Nicobobinus oder die verwegene Reise ins ferne Land der Drachen". Aber Nicobobinus ist kein Ritter in schillernder Rüstung, wie man annehmen könnte. Kinder scheint er dennoch mitzureißen.
Szene aus "Nicoboninnus oder die verwegene Reise ins Land der Drachen"
Szene aus "Nicoboninnus oder die verwegene Reise ins Land der Drachen"

Nicobobinus ist nicht der einzige Held des Stückes. Denn seine beste Freundin Rosie ist auch mit von der Partie. Sie ist es auch, die ins Land der Drachen reisen will und damit in gewisser Weise den Anstoß für die Reise der beiden gibt. Denn Nicobobinus will lieber in „Vielleicht-Venedig“, der Heimatstadt der beiden, bleiben und träumen. Er träumt sich aus dem Jahr 1318 zum Beispiel in die Zukunft in 700 Jahren. Die Kleidung und das Bühnenbild entsprechen auch tatsächlich eher der heutigen Zeit, wegen der Polo-Shirts und Ganzkörperanzügen der Schauspielenden. An sich spielt die Zeit der Handlung aber keine Rolle.

Von Goldmann und Apfeldieb

Nicobobnius wird vom Goldmann verhext. Dieser ist ein Wesen, der alles was er berührt in Gold verwandelt. Das will er auch mit Nicobobnius tun und ihn damit in ein seelenloses Wesen verwandeln. Der Goldmann berührt Nicobobinus, woraufhin sich dessen Bein, Hand und Nacken in Gold verwandeln. Ein Apfeldieb behauptet Nicobobinus gegenüber daraufhin, dass das einzige was dagegen hilft, Drachenblut sei. Daraufhin machen sich Nicobobinus und Rosie zusammen auf ins Land der Drachen, um ihn zu heilen. Der goldene Junge ruft dabei erwartungsgemäß einige goldgierge Schurken auf den Plan. Angefangen bei Piraten. Die haben allerdings noch kein Schiff. Sie wollen Nicoboninus zersägen, um sich von seinem Gold ihr Schiff zu kaufen. Er rettet sich davor, indem er von einer Klippe springt. Dann landet er dann bei Rosie auf einem sprechende Schiff, das sie weiterfährt. Auf der Reise erleben die zwei noch allerhand bis sie dann ins Land der Drachen kommen und dort feststellen, dass die Drachen ganz anders sind als gedacht. Dennoch hilft das Drachenblut nicht gegen Nicobobinus Gold.

Fliegen - aber wie?

Nach der Ernüchterung, dass das Blut nicht hilft, werden Nicobobinus und Rosie von einem der Drachen nach Hause geflogen. Allgemein wird viel geflogen in dem Stück, was sehr eindrucksvoll ist. Denn dabei hängen Rosie und Nicobobinus an jeweils zwei Tüchern die von der Decke hängen. In und mit dieser Tuchakrobatik verbringen die beiden immer wieder einen Teil des Stückes in der Luft, über der Bühne schwebend.

Als die beiden zuhause eintreffen, treffen sie dann wieder auf den Apfeldieb, der ihnen erneut einen Tipp gibt.

Während des ganzen Stückes spielt auch die live aufgeführte Musik eine große Rollen. Zum Beispiel stellen sich die Piraten und die Drachen stellen mit einem Lied vor. Auch die Instrumente sind vielfältig gewält, musiziert wird mit Gläser, Klavier, Trommel und E-Piano. Aber nur von einem Musiker. 

Gesellschaftspolitische Themen

Obwohl "Nicobobinus oder die verwegene Reise ins ferne Land der Drachen" ein Kinderstück ist, werden relativ viele Themen aufgegriffen die im Moment gesellschaftlich diskutiert werden. Dazu zählen Themen wie Sexismus oder Diskriminierung, Gier, Machtmissbrauch oder Dikatur. Diese Themen werden kindgerecht vermittelt, und die Kinder regierten darauf, fühlen mit den „Guten“ mit und lachten die „Bösen“ aus.

Für Kinder ist das Stück sehr zu empfehlen. Weil gesellschaftliche Themen und Gesellschaftskritik vermittelt werden, besonders aber auch, weil die Musik und die Akrobatik der Schauspielenden beeindruckend und schön zu sehen sind.

War mit seinen Geschiwstern, Kinder oder Enkeln das Stück "Nicobobinus oder die verwegene Reise ins ferne Land der Drachen" besuchen möchte kann das am 21.11. um 16:00 Uhr, am 22.11 um 10:00 Uhr, und fast jeden Tag vom 08.12 bis zum 28.12.2018 tun.

Die Rezension zum Nachhören findet ihr hier:

Moderator Thomas Tasler im Gespräch mit Svenja Tschirner

Moderator: Thomas Tasler

Rezension zu "Nicobobinus oder die verwegene Reise ins ferne Land der Drachen"
 

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Svenja Tschirner
20.11.2018 - 12:53
  Kultur