CD der Woche: Royal Blood

Viersaitiger Sound

The Royals are Back! Zwei Jahre nach ihrem fulminanten, gleichnamigen Debüt melden sich Royal Blood mit ihrem zweiten Studioalbum zurück und machen genau da weiter, wo sie aufgehört haben.
Royal Blood
Royal Blood haben mit "How Did We Get So Dark?" ihr zweites Album veröffentlicht

Obwohl die beiden Jungs, Mike Kerr und Ben Thatcher, erst 2013 in dieser Besetzung zueinander gefunden haben, gelten sie heute bereits als eine der großen Hoffnungen der alternativen Rockszene. Im Kielwasser der prominenten Indie-Rockgruppe Arctic Monkeys gelang dem Duo aus Brighton ein rasanter Einstieg in die Musikszene. Noch vor Veröffentlichung der Debütsingle „Out of the Black“ vor vier Jahren bekundete Arctic Monkeys Drummer, Matt Helders, bereits seinen Support für die Newcomer. Bei einem Gig auf dem Glastonbury Festival trug er ein Royal Blood-Shirt. Dadurch sorgte er für das erste Aufsehen um die Band. Doch damit war es der Unterstützung noch nicht genug. Nach der Veröffentlichung einer ersten LP im Jahre 2014 spielten Royal Blood kurz darauf als Vorband der Arctic Monkeys bei zwei Konzerten. Durch diese Auftritte und einen beeindruckenden Tour-Marathon mit 150 Shows alleine im Jahr 2014 gelang es den beiden ambitionierten Musikern, eine stetig wachsende Fanbase zu gewinnen.

Instant- Erfolg

Im August 2014 erschien dann ihr erstes Album „Royal Blood“. Durch den Erfolg auf sie aufmerksam geworden, sprangen auch andere prominente Gesichter der Rockwelt auf den „Royal Blood-Hype Train“ auf. Sowohl von Dave Grohl (Sänger der Foo Fighters) als auch Jimmy Page (Gitarrist von Led Zeppelin) erntete das Duo überschwängliches Lob. Die beiden Rocklegenden äußerten sich in Interviews gegenüber dem Musikmagazin NME durchweg positiv über die Newcomer aus England. Sie würden den Geist vergangener Generationen des Rock aufgreifen und auf ein ganz neues Level führen, kommentierte Page. Sogar einen BRIT Award gab es für das erste Album. Nach 2 Jahren intensivem Touring und Zeit im Studio sind Royal Blood nun mit ihrem zweiten Studioalbum „How Did We Get So Dark?“ zurück.

Doppelt hält besser

Rockduo? Das klingt im ersten Moment ungewohnt. Eine klassische Bandbesetzung besteht zumeist aus drei bis vier Mitgliedern, mit einem oder mehreren Gitarristen. Manche Bands greifen sogar auf noch deutlich mehr Musiker zurück. Doch in ihrer Zweierbesetzung knüpfen Royal Blood an ein bereits in der Vergangenheit erfolgreiches Konzept an. Bands wie The White Stripes, The Black Keys oder The Kills haben vorgemacht, wie es geht.

Bass en Mass

Die Besonderheit der beiden Jungs von Royal Blood besteht allerdings in der Wahl ihrer Instrumentalisierung. Anstelle der üblichen Gitarre verwenden sie einen E-Bass. Diesem eher als rhythmisch untermalend geltendem Instrument entlockt Bassist und Frontsänger Mike Kerr einen erstaunlich vielseitigen Klang. Dies gelingt durch technische Spielereien mit verschiedenen Verstärkereinstellungen. Auf diese Weise entsteht Royal Bloods charakteristischer Klang. Dynamisches Schlagzeugspiel gepaart mit harten, aber groovigen Basslinien, die sich repetitiv wie ein roter Faden durch die Songs ziehen. Mit Hilfe von Verzerrungen erzeugt Kerr mit seinem Bass teilweise einen sehr gitarrenähnlichen Klang, der sich kaum von einer gewöhnlichen E-Gitarre unterscheiden lässt. Abgerundet wird dieses Klangkonzept durch Kerrs relativ hohen Gesang, mit dem er die tiefen Bassriffs kontrastiert. Mit nur zwei Rhythmusinstrumenten gelingt es Royal Blood, einen komplexen und vielseitigen Bluesrocksound zu erschaffen. Durch die wiederholend verwendeten gitarrenartigen Basslinien rufen Royal Blood in ihrem Klang Erinnerungen an Bands wie Queens of the Stone Age oder Led Zeppelin hervor.

How Did We Get So Dark?

Auch für ihr zweites Album hält das Duo an diesem Konzept fest. Lediglich ein Keyboard kommt in einigen Songs ergänzend zum Einsatz. „How Did We Get So Dark“ schließt sowohl musikalisch, als auch textlich an seinen Vorgänger „Royal Blood“ an. Auch die Länge von circa 34 Minuten entspricht in etwa der des ersten Albums. Wie schon im Debütalbum überwiegt eine düster angehauchte und melancholisch beschwingte Stimmung. Auch in den Texten spiegelt sich dieser Grundtenor wieder. Inhaltlich befassen sich die Songs hauptsächlich mit emotionalen Themen. Vor allem scheiternde Beziehungen und giftige, sexuelle Versuchung stehen thematisch im Mittelpunkt der Songs.

My eyes are still burning red, So turn the lights out, You’re not so hard to forget, With all the lights out

Auch der Refrain der Flagschiffsingle des Albums „Lights Out“ spiegelt diesen Schwerpunkt wieder. Unterlegt mit schweren Riffs und Hintergrundgesang singt Kerr über Trennung und Vergessen. Die Grundlagen für seine Texte beziehe er aus seinem persönlichen Erfahrungsschatz, äußerte Kerr im Interview gegenüber „The Telegraph“. Auch „Hook Line & Sinker“, eine weitere Singleauskopplung des Albums, fügt sich nahtlos in diese Stimmung ein. Ein Wechselspiel aus dynamischen Bluesbasslinien und harten Riffs erzeugt eine Mischung aus Euphorie und Tragik. Doch Royal Blood können auch ruhigere Töne anschlagen und sorgen somit für Abwechslung im Klangerlebnis. So zum Beispiel im Song „Don’t Tell“, der durch seine langsame aber trotzdem variable, lebendige Rhythmik und Melodieführung besticht.

 

Eine starke Platte?

Doch gelingt es Royal Blood sich nach ihrem ersten viel gefeierten Album weiterzuentwickeln? Schaffen sie es mit ihrem zweiten Album ihr Debüt zu übertreffen?
Die Antwort ist leider nein. Sowohl musikalisch als auch inhaltlich lösen sich Royal Blood kaum von ihren Wurzeln. Wer auf starke Entwicklungen und überraschende Veränderungen gehofft hat, wird enttäuscht werden. Stilistisch liegen Royal Blood mit ihrem zweiten Album sehr nah an dessen Vorgänger. Trotzdem liefern Royal Blood auch mit ihrem zweiten Album wieder eine starke Platte ab. Groovige Basslinien, gepaart mit harten Bassriffs und interessanter, variabler Rhythmik sorgen für ein faszinierendes und komplexes Klangerlebnis und ein hörenswertes, vielseitiges Album.

 

 

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Jonas Enke
28.06.2017 - 17:09
  Kultur

Royal Blood: How Did We Get So Dark?

Tracklist:

1.   How Did We Get So Dark?
2.   Lights Out
3.   I Only Lie When I Love You
4.   She's Creeping
5.   Look Like You Know
6.   Where Are You Now
7.   Don't Tell
8.   Hook, Line & Sinker
9.   Hole In Your Heart
10. Sleep

1. How Did We Get So Dark?
2. Lights Out
3. I Only Lie When I Love You
4. She’s Creeping
5. Look Like You Know
6. Where Are You Now?
7. Don’t Tell
8. Hook, Line and Sinker
9. Hole in Your Heart
10. Sleep

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1. How Did We Get So Dark?
2. Lights Out
3. I Only Lie When I Love You
4. She’s Creeping
5. Look Like You Know
6. Where Are You Now?
7. Don’t Tell
8. Hook, Line and Sinker
9. Hole in Your Heart
10. Sleep

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1. How Did We Get So Dark?
2. Lights Out
3. I Only Lie When I Love You
4. She’s Creeping
5. Look Like You Know
6. Where Are You Now?
7. Don’t Tell
8. Hook, Line and Sinker
9. Hole in Your Heart
10. Sleep

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1. How Did We Get So Dark?
2. Lights Out
3. I Only Lie When I Love You
4. She’s Creeping
5. Look Like You Know
6. Where Are You Now?
7. Don’t Tell
8. Hook, Line and Sinker
9. Hole in Your Heart
10. Sleep

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Erscheinungsdatum: 16.06.2017
Warner Music