Schulsozialarbeit

Vier Millionen für Sachsen

Der Europäische Sozialfonds (ESF) finanzierte bisher größtenteils die Schulsozialarbeit. Bisher. Denn das Projekt läuft Ende Juli 2014 aus. Ohne diese Finanzspritze muss das Land Sachsen jetzt selbst in die Taschen greifen.
Vier Millionen Euro fließen in die Schulsozialarbeit in Sachsen

Schulsozialarbeit leistet einen wichtigen Beitrag für den Bildungsprozess von Kindern und Jugendlichen während ihrer Schulzeit. Vier Millionen Euro – so viel ist dem Land Sachsen diese Arbeit wert. Zumindest bis Ende des Jahres.

Da die finanziellen Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds ab diesem Sommer wegfallen, springt Sachsen selbst ein. Am Mittwoch hat das Sozialministerium kurzfristig mitgeteilt, die Finanzlücke zu schließen. Dabei war bereits seit einiger Zeit klar, dass die ESF Finanzierung im Sommer 2014 endet. Für Ralph Schreiber, Pressesprecher des Ministeriums, kam die Entscheidung jedoch genau rechtzeitig, da sich die Gelder aus Haushaltsresten zusammensetzen:

„Dann muss man erst sehen im Laufe des Haushaltsverzuges, inwieweit Mittel zur Verfügung stehen und man Gelder zur Verfügung hat. Das ist hier zum Glück auch der Fall gewesen. Auch durch Steuermehreinnahmen und Ähnliches, sodass man die Mittel jetzt auch einsetzen kann. Ich meine, man kann alles negieren, man kann alles schlecht reden, aber wenn wir noch einen so guten Vorlauf haben wie jetzt, sodass sich alle auch darauf vorbereiten können, dann wird das auch wirklich ein nahtloser Übergang.“

"Riesen Herausforderung für Leipzig"

Auch wenn die Gelder bis Ende des Jahres zunächst gesichert sind, wird Kritik laut. Beispielsweise von Andreas Geisler, er ist der Vorsitzende des Stadtelternrats Leipzig und bemängelt das Vorgehen des Landes:

„Wir waren uns recht sicher, dass irgendjemand einspringt, auf der anderen Seite ist das kein guter Stil des Freistaats Bildungsleute, die so lange eine gute Arbeit machen, so lange zappeln zu lassen.“

Für Geisler sind die vier Millionen Euro nicht genug. Er sieht Leipzig zukünftig vor zahlreichen Herausforderungen. Statt wie bisher regelmäßig erneut die finanziellen Lücken zu schließen, wünscht er sich eine dauerhafte Lösung. Eine Lösung, bei der nicht ständig repariert werden muss, sondern auch mal längerfristig Unterstützung geleistet wird. Beispielsweise durch einen rechtlich verankerten Anspruch auf Schulsozialarbeit für interessierte Schulen:

„Also das ist für Leipzig eine riesen Herausforderung. Leipzig leistet sich im ostsächsischen bzw. ostdeutschen Vergleich die meisten Sozialarbeiter. Wir haben über 50 Sozialarbeiter an den Schulen, weil Leipzig gemerkt hat, dass es dort brennt, dass die Schulabbrecherquote riesengroß ist. Aber wir müssen irgendwann dazu kommen, dass wir quasi wegkommen von diesem Förderflickenteppich."

Noch bis zum Ende des Jahres ist die Schulsozialarbeit im Freistaat Sachsen gesichert. Danach müssen jedoch erneut die Haushaltsreste zusammengekratzt werden.

Ein Beitrag von Kristin Franke
 

 

 

 

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Kristin Franke
23.05.2014 - 19:28