GameCheck: Car Mechanic Simulator 2018

Viel zu umständliches Geschraube

Simulatoren haben nicht unbedingt den besten Ruf. Da sie möglichst realistisch sein wollen, wird oft der Spielinhalt auf ein Minimum gekürzt. In diese Kategorie von lieblosen Simulatoren fällt leider auch das Game „Car Mechanic Simulator 2018“.
Willkommen in der digitalen Schrauberhöhle.

Einfach mal eine eigene Werkstatt aufbauen – das verspricht der „Car Mechanik Simulator 2018“. Im Spiel können per Knopfdruck die Teile des Autos freigelegt werden. Das gestaltet sich jedoch mühevoller, als es eigentlich sein müsste, denn um an das Teil, was man möchte heranzukommen, müssen (wie auch im richtigen Leben) erst ein paar andere Dinge demontiert werden. Was ich da eigentlich montiere und demontiere, wird mir nicht so wirklich gesagt oder erklärt – mein Lerneffekt ist deswegen gleich null. Das gilt vor allem auch, da dem Spiel ein Tutorial fehlt.

„Was mache ich hier eigentlich?!“

Die Bremsleitung fehlt leider.

Leider schafft es der „Car Mechanic Simulator 2018“ dabei auch nicht, mich entsprechend anders zu motivieren. Ein System für Erfahrungspunkte oder kleinere Quest wie „Baue einen Keilriemen aus.“ wären schon hilfreich für das Verständnis gewesen. Entsprechend fühle ich mich leider etwas allein gelassen...und habe auch schnell keine Lust mehr. Statt einem Spiel als ansprechendes Gesamtpaket kriege ich einfach Karton, Packpapier sowie Schnurr einzeln und leider auch etwas zerknittert vorgesetzt. Innovativere Ideen wie das Bieten bei Autoversteigerungen, die an Auto-Fernsehformate wie „Gasmonkey Garage“ erinnern, sind leider nicht zu Ende gedacht und wirken eher wie ein nettes Gimmick. Statt Adrenalinschüben beim Bieten, werden eher Erinnerungen an die Hochzeiten des Internetauktionshauses Ebay wach. Ein Knopfdruck und mein Gebot wird erhöht. Dabei geht der Adrenalinkick, während ich versuche, meine Mitbieter auszustechen, komplett flöten.

Realismus geht anders

Jetzt könnten die Macher des Spieles natürlich sagen, dass das alles im Sinne des Realismus steht, doch dagegen spricht der eine oder andere Fakt. Zum Beispiel, dass essenzielle Bauteile wie Dichtungen oder BREMSSCHLÄUCHE fehlen. Ich persönlich hoffe, dass es eher unrealistisch ist, dass ich einen getunten Wagen ohne Bremsanlage verkauft bekomme – aber anscheinend hält der Car Mechanic Simulator diese für unnötiges Beiwerk. Auch die Grafik wurde anscheinend als ebenso unwichtiges Beiwerk empfunden – denn Polishing sieht anders aus. Es wurde bezüglich der Texturen und der Modelle gerade das nötigste gemacht und das sehe ich leider auch an allen Ecken und Enden. Dem Ganzen wird mit einem generischen, teils sogar kopfschmerzerregenden Soundtrack die Krone aufgesetzt. Dabei verleiht doch gerade die Musik dem Schrauben an einem Auto das richtige Flair und kann viel zu Atmosphäre beitragen.

Fazit

Der „Car Mechanic Simulator 2018“ kommt als eine Hoffnung für alle Hobbyschrauber und solche, die es mal werden wollen, daher. Dabei enttäuscht er jedoch auf ganzer Linie. In vielerlei Hinsicht wirkt er lieblos und nicht zu Ende gedacht. Ein ordentlicher Simulator ist ein bisschen mehr als nur das rudimentäre Wegklicken von Teilen und sollte schon über ordentliche Spielerführung verfügen und zumindest ein Gesamtkonzept haben. Entsprechend möchte ich Schrauberenthusiasten und generell jedem von dieser enttäuschenden Erfahrung abraten.

 

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