Künstlerporträt - Fil Bo Riva

Viel zu gewinnen, nichts zu verlieren

Fil Bo Riva – ein Name, der nicht nur hierzulande immer häufiger auf Festival-Lineups und Konzertflyern auftaucht. Kein Wunder bei der Stimme mag der ein oder andere sagen. Lohnt es sich aber, einen Blick hinter diese Stimme zu werfen?
Fil Bo Riva bei seinem Konzert in Dresden
Fil Bo Riva bei seinem Konzert in Dresden

Musiker kennen sich mit dem Unterwegssein aus: Das gehört zum Beruf. Fil Bo Riva gondelte aber schon in der Weltgeschichte herum, bevor er überhaupt wusste, dass er Musiker werden wollte. Gut, Weltgeschichte ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Europa trifft es da eher.

Wer ist Fillipo?

Fillipo Bonamici wurde 1993 in Rom geboren. Sein Vater ist Italiener, seine Mutter Deutsche. Mit 14 Jahren zog er nach Dublin, wo er ein von Mönchen geführtes Jungeninternat besuchte. In seiner Jugend begann er, Musik zu machen. Sein erster Song war eine Hommage an Peter Doherty. Hinter dieser Aussage verbirgt sich aber weniger ein Lobeslied auf Doherty selbst, sondern eher eine Würdigung dessen Art Songs zu schreiben.

Wirklich viele Songs [sind] von ihm inspiriert, aber nicht für ihn geschrieben. Viele Songs waren am Anfang haargenau wie Libertines-Songs, von der Art Gitarre zu spielen oder von den Akkordfolgen. [Es war] also eher eine Hommage an das Songwriting.

Fil Bo Riva über Peter Doherty

Nächster Schritt: Berlin

2012 zog Bonamici nach Berlin. Einerseits wollte er da Produktdesign studieren. Andererseits gab es da auch noch die Musik. Aus der wollte er etwas Echtes, Greifbares machen. Das Studium legte er zwei Jahre später auf Eis, die Musik hingegen entwickelte sich weiter. Er lernte seinen heutigen Bandkollegen Felix A. Remm kennen. Gemeinsam mit Produzent Robert Stephenson (Mighty Oaks) feilten sie an dem rohen, aber verheißungsvollen Sound. Im September 2016 erschien die Debüt-EP „If You’re Right, It’s Alright“. Fünf Songs, in denen teils melancholisch, teils energetisch eine unglückliche Liebesbeziehung aufgearbeitet wird.

 

 

Das Potenzial von Fil Bo Riva blieb auch sonst nicht unbemerkt. Es folgten Supporttouren mit Künstlern wie Aurora, Matt Corby oder AnnenMayKantereit. Momentan ist er mit seiner eigenen Tour beschäftigt. Das Konzert in seiner Wahlheimat in Berlin ist bereits im Voraus restlos ausverkauft. Fil Bo Riva scheint einen guten Lauf zu haben. Die Zuversicht seinem Job gegenüber erscheint deshalb naheliegend:

Ich bin auf jeden Fall extrem optimistisch, was meine Arbeit angeht. Das ist, glaube ich, der einzige Grund, warum Sachen in meine Richtung klappen – weil ich extrem zuversichtlich bin und einfach daran glaube. Nicht nur glaube, sondern auch mache. Das ist, glaube ich, der einzige Trick bei den meisten Sachen, bei jedem Job. Die meisten Leute geben bei 50 Prozent auf, aber 100 ist da, wo man Sachen erreicht. Wir sind immer noch bei 20.

 

Fil Bo Riva ist optimistisch, aber nicht verstrahlt. Er hat begriffen, dass Talent für nachhaltigen Erfolg nicht ausreichend ist. Der setzt mindestens genauso viel harte Arbeit voraus – und das gewisse Maß an Glück.

Das gesamte Interview von mephisto 97.6 Redakteurin Ariane Seidl mit Fil Bo Riva können Sie hier nachhören:

Fil Bo Riva im Interview mit Musikredakteurin Ariane Seidl
Interview mit Fil Bo Riva
 

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Ariane Seidl
11.05.2017 - 12:11
  Kultur

Die Homepage des Künstlers finden Sie hier.