Stadtratswahl 2019

Was beschäftigt Wahlkreis 1?

Zu viel Müll, zu wenig Mülleimer. Schönefelderinnen und Schönefelder sind sich einig: Die Stadtreinigung greift zu wenig ein. Oder doch nicht?
Vermüllung in Schönefeld
Müll auf den Straßen Schönefelds

Der Beitrag zum Nachhören:

Ein Beitrag von Christin Mäder und Farah Eryani
Vermüllung im Stadtteil Schönefeld

Im Mai diesen Jahres steht wieder eine Stadtratswahl an. Aus diesem Grund haben wir uns überlegt, die Menschen in den verschiedenen Wahlkreisen zu befragen, was sich in ihrem Stadtteil zum Besseren verändern könnte. Im Wahlkreis 1 – zu welchem Neustadt-Neuschönefeld, Schönefeld-Abtnaundorf, Volkmarsdorf, Schönefeld-Ost, Thekla und Plaußig-Portitz gehören – wurde bei unserer Umfrage häufig das Problem der Vermüllung öffentlicher Plätze, also sowohl Straßen, Gehwege und Grünflächen, angesprochen.

Für das Problem der Vermüllung, welches nicht nur in unserer Stadt existiert, gibt es sogar schon einen eigenen englischen Begriff. "Littering" definiert der Duden als das ungeordnete Wegwerfen von Verpackungen und Müll in die Umgebung.

Besonders häufig wurden von den Befragten als möglicher Grund die fehlenden Mülleimer in den Parks genannt. Zu viel Müll, zu wenig Mülleimer. Die Schönefelderinnen und Schönefelder sind sich einig: Die Stadtreinigung greift zu wenig ein. Oder doch nicht?

Es fehlt auch an Bewusstsein für Ordnung und Sauberkeit. So sieht das zumindest Karsten Tran, der Vorsitzende des Schönefelder Bürgervereins. Er ist der Meinung, dass die Stadt nicht verpflichtet sei, den Müll, den die Bürger selber machen, wegzuräumen.

Der Bürger sollte selbst darauf achten, dass er seinen Müll in der Tasche behält, oder in der Tüte und dann, wenn er zu Hause ist, im Müll entsorgt.

Karsten Tran, Vorsitzender Schönefelder Bürgerverein

Stadtreinigung sieht Schuld nicht bei sich

Ähnlich sieht es auch die Stadtreinigung selbst. Der Mariannenpark beispielsweise wird von den Befragten oft als besonders verdreckt wahrgenommen. Gibt es dort ausreichend Mülleimer oder täuscht der Eindruck? Die Stadtreinigung äußerte sich dazu schriftlich:

Im Mariannenpark stehen 17 Papierkörbe, zusätzlich stehen in den Sommermonaten 2 Abfallcontainer zur Nutzung zur Verfügung.

Stadtreinigung Leipzig

Weiterhin hieß es, dass diese Behälter von den Parkbesuchern gar nicht vollständig genutzt würden, sodass ein weiterer Bedarf nicht angezeigt sei.

Liegt es wirklich nur an der Bevölkerung? Laut Stadtreinigung wurden auch bereits Maßnahmen getroffen. Die Stadt kennt das Problem und versucht darauf zu reagieren. Zum Beispiel wurde die Reinigung im Bereich Eisenbahnstraße erhöht und die mitgeteilte illegale Ablagerung entfernt. Aber das reicht noch lange nicht. Die Schönefelderinnen und Schönefelder selbst sollten etwas tun, meint auch Karsten Tran. Seiner Meinung nach kann das Problem der Vermüllung am besten der lösen, der sich darüber aufregt und es verursacht.

Verantwortung für Müllentsorgung vorwiegend bei Bevölkerung

Manche Schönefelderinnen und Schönefelder sind der gleichen Ansicht. Um den Stadtteil zu verschönern müssen jeder und jede mit anpacken.

Es betrifft ja letztendlich jeden. Jeder regt sich auf, jeder sieht das, und keiner will’s gewesen sein. Und dann dreht sich jeder weg, nach der Devise, es wird schon einer machen (...) .

Anwohner

Das Thema Vermüllung ist in Schönefeld allgegenwärtig. Es gibt nicht nur einen Verantwortlichen und demzufolge auch mehr als eine Lösung. Projekte wie der Frühlingsputz, eine Müllsammelaktion, welche jährlich von dem Bürgerverein Schönefeld organisiert wird, schaffen schon mehr Bewusstsein für Sauberkeit. Auch die Stadt könnte mit größeren Aktionen dabei helfen, Schönefeld sauber zu halten. Mehr Mülleimer wären ein guter Anfang, nicht nur im Park, sondern auch an den Gehwegen.

Letztendlich sollten Stadt und Bevölkerung die Schuld nicht auf den jeweils anderen schieben, sondern versuchen enger zusammenzuarbeiten.

 

 

 

Kommentieren

Christin Mäder, Farah Eryani
06.03.2019 - 16:47