Preisverleihungen

Verleihung Goerdeler Preis

Am Freitag wurden im neuen Rathaus gleich zwei Preise verliehen. Darunter eine Auszeichnung für deutsch-polnische Beziehungen.
Luftbild von Frankfurt (Oder) und Słubice
Luftbild von Frankfurt (Oder) und Słubice

Verliehen wurden die Preise von der Carl und Anneliese Goerdeler-Stiftung und dem Institut für den öffentlichen Sektor e.V. . Pünktlich übrigens zum Todestag des ehemaligen Oberbürgermeisters und NS-Gegners Dr. Carl Friedrich Goerdeler. Zu diesem Anlass wurde zu Beginn der Veranstaltung sein Denkmal vor dem Rathaus mit Blumen geehrt. Anschließend eröffneten Oberbürgermeister Burkhard Jung und Dr. Rainer Goerdeler den Hauptteil der Veranstaltung.

Goerdelers Wirken

Fast jeder der Sprecher nahm in seiner Rede Bezug auf das Wirken Goerdelers vor und während des Dritten Reiches. Besonders hervorgehoben wurden seine Verdienste im Bereich der Entwässerung, Verwaltung und Bekämpfung der Wohnungsnot in Leipzig. Der NS-Herrschaft hatte Goerdeler von Anfang an kritisch gegenübergestanden. Während des Krieges zählte er zu den Anführern des deutschen Widerstandes. Am 02. Februar 1945 wurde Goerdeler hingerichtet. Besondere Erwähnung fand seine Fähigkeit, Menschen in einer Sache zusammenzubringen.

Hauptstadtdynamiken

Der kommunalwissenschaftliche Preis ging an Dr. David Kaufmann mit seiner Dissertation „Hauptstadtdynamiken: Positionierungsstrategien von sekundären Hauptstädten“.Sekundäre Hauptstädte bilden nicht das wirtschaftliche Zentrum ihres Landes. In seiner Arbeit analysierte Kaufmann die wirtschaftliche Wichtigkeit dieser Städte und wie sie ihr Potential besser nutzen können. Gegenstand seiner Analyse waren Bern, Den Haag, Ottawa und Washington D.C. Dies war die 19. Verleihung des kommunalwissenschaftlichen Preises der Stiftung.

Deutsch-polnische Beziehungen

Zum zweiten Mal wurde der kommunalpolitische Preis verliehen. In diesem Jahr an die Partnerschaft Frankfurt (Oder) mit der polnischen Stadt Słubice. Angenommen wurde der Preis von Frankfurt (Oder) Oberbürgermeister Dr. Martin Wilke und Tomasz Ciszewicz, Bürgermeister von Słubice. Beide gingen auch auf die deutsch-polnische Vergangenheit ein. Es gab einen Rückblick auf die anfängliche Entfremdung der beiden Städte, die durch die Oder getrennt wurden.

Erst in den 70er Jahren wurde zunächst durch EU finanzierte Projekte eine immer stärkere, innere Bindung der Doppelstadt aufgebaut. Heute arbeitet sie als eine Gemeinschaft an Grenzabbau und Bildung. Alles in allem wurde ein positives Resumée gezogen. Die Kooperation der Städte wird als wichtiger Schritt weg von Nationalismus und hin zu einer gemeinsamen europäischen Mentalität gesehen.

Den Beitrag zum Nachhören gibt es hier:

Ein Beitrag von Redakteur Johannes Bundemann
0202 Preisverleihung BmE
 

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