Konzertbericht: Kat Frankie

Verhalten: Eins mit Sternchen

Was während eines Auslandjahres mit Akustikgitarre in kleinen Kneipen begann, ist mittlerweile mehr geworden: Kat Frankies soulig poppige Klänge brachten die Parkbühne zum Tanzen.
Kat Frankie
Die Australierin Kat Frankie lebt seit 2004 in Berlin.

Nach Monaten von nicht auszuhaltender Hitze, schlaflosen Nächten und nicht weniger verschwitzten Tagen, hat sich das Wetter endlich wieder an mitteleuropäische Zustände gewöhnt. Schade eigentlich, schließlich hatten wir uns so an Festivals, Open Airs und unser Late-Night Bier im Park gewöhnt. Glücklicherweise konnten sich am vergangenen Donnerstag alle, die den Sommer doch noch nicht ganz loslassen können, vor der Parkbühne GeyserHaus zusammenfinden und gemeinsam Kat Frankie und ihrer Band lauschen.  

Sitzen und Tanzen

Doch bevor es soweit ist, müssen sich erstmal die rund 2000 Besucher und Besucherinnen einen Platz auf einer der Bänke sichern. Komisch, wir hatten eigentlich damit gerechnet, dass sich schnell einige Menschen direkt vor die Bühne stellen würden. Egal, erstmal heißt es sowieso den Elektro-Sounds von Fye & Fennek zu zuhören.
Die Sängerin und ihr DJ (und manchmal auch Gitarrist) schaffen es tatsächlich drei Leute nach vorn und zum Tanzen zu bewegen und klingen dabei richtig gut.

Pünktlich 19:30 Uhr, jetzt schon fast dunkel (Winter is coming!) betritt nach und nach Kat Frankies Band die Bühne, dichtgefolgt von der Sängerin selbst. Auf der Leinwand hinter ihnen sind große Federn abgebildet, die zu Boden fallen. Warum das wichtig ist? Das Bühnenbild hat die Australierin, die früher Design studiert hat, nämlich selbst gestaltet und steht nun ganz in rot gekleidet auf der Bühne.

Mit „Swallow You Whole“, „Bad Behaviour“ und „Headed For The Reaper“ steigt sie stark in den Abend ein und der Pit vor der Bühne füllt sich schnell mit tanzenden Menschen. Na also, geht doch!
Außerdem springen zwei kleine Mädchen solange vor Frankie herum, bis sie das Konzert unterbricht und den beiden ein Autogramm gibt.

100 Stimmen

Nach den Hits vom neuen Album folgt eine halbe Stunde voller alter Songs. Die sind deutlich ruhiger, funktionieren aber dank Kat Frankies intensiver Stimme genau so gut. Als die dann auch noch ihre Loop Station raus holt, ist die 40-jährige komplett in ihrem Element. Einer ihrer bekanntesten Songs „Please, Don’t Give Me What I Want“ wird dank Technik zu einer langsamen Symbiose aus gefühlt 100 Stimmen. Das sie aber auch ohne viel drumherum kann, beweist Frankie als sie, nur von ihrer Keyboarderin begleitet, das emotionale Stück „Finite“ spielt

Zum Schluss wird es dann aber doch wieder schneller. „The Sun“ ist eine rhythmische Tanznummer und in „Back To Life“ wird Kat Frankies Stimme, dank Stimmverzerrer, drei Oktaven nach unten gestellt und prescht dunkel durch die Nacht.

Was bleibt?

Kat Frankies Band strahlt und die Sängerin selbst bringt das Publikum mit ihrem trockenen Humor immer wieder zum Lachen. Als ihr Gitarrist dann auch noch versucht durch ein Tamborin zu steigen, ist es um uns geschehen. Die Zugabe „Home“ ist dann der gelungene Abschluss für einen wunderschönen Abend unter freiem Himmel und wir hoffen, dass der Herbst doch noch ein wenig auf sich warten lässt.

 
 

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