Louise-Otto-Peters-Preis

Verein "Pinkstinks" wird geehrt

Im Neuen Rathaus wurde am Nachmittag der nach der Schriftstellerin Louise Otto-Peters benannte Preis verliehen. Gewinner ist der Verein „Pinkstinks Germany“. Dieser setzt sich seit 2012 gegen Sexismus in der Werbung und im Alltag ein.
Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke und Chefredakteur Nils Pickert von "Pinkstinks" bei der Preisverleihung

Vor fünf Jahren schwappte die in Großbritannien gegründete Kampagne über nach Deutschland. Der Name wirkt zunächst irreführend: „Pink stinkt“. Wie der Verein auf seiner Internetseite aber klarstellt, sei nichts gegen die Farbe einzuwenden. Vielmehr sei das System, das dahintersteckt, ein Problem. Die Farbe Blau stünde für das männliche und Rot oder Rosa für das weibliche Geschlecht. Durch diese Farbzuordnungen würden Mädchen und Jungen von Kind auf in Rollen gedrängt. Das Grundprinzip sei vielerorts im Alltag wie zum Beispiel in der Werbung wiederzufinden. Beispielhaft werden hier leicht bekleidete Frauen genannt, die ein Produkt bewerben.

Gegen Sexismus auf allen Ebenen

Zu den Aufgaben des Vereins gehören Lobbyarbeit im Bundestag, Sensibilisierung für das Thema an Schulen und Gespräche mit Werbefirmen über Sexismus als Werbemittel. Zusätzlich betreiben sie eine Internetseite, auf der sexistische Werbeinhalte gemeldet werden können. Darüber hinaus unterhält "Pinkstinks" einen Youtube-Kanal mit dem Namen „Lu Likes“. Dieser richtet sich an Mädchen im Alter zwischen zwölf und 16 Jahren und soll eine Alternative zu den Beauty-Portalen darstellen.  

Üblicherweise wird der Preis von Oberbürgermeister Burkhard Jung überreicht. Dieser befinde sich aber zurzeit nicht in der Stadt, weshalb die Kulturbürgermeisterin Jennicke ihn vertrat.

So eine Preisverleihung ist immer ein Innehalten. Sie ist dafür da, sich bewusst zu werden: Wo stehe ich selbst? Falle ich nicht selbst in die Geschlechterfalle rein?

Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke

In Anlehnung an die Frauenbewegung

Leipzig ist die Wiege der Frauenbewegung im 19. Jahrhundert. Hier wirkte Louise Otto-Peters. Sie ist Mitbegründerin der bürgerlichen deutschen Frauenbewegung. Aus diesem Grund trägt der 5000 Euro dotierte Preis, mit dem das Engagement für die Gleichstellung von Männern und Frauen gewürdigt wird, ihren Namen.

Den Beitrag zum Nachhören finden Sie hier:

mephisto 97.6 Redakteurin Rebecca Kelber im Interview mit Nils Pickert von "Pinkstinks"
2010_Interview_Pinkstinks
 

Kommentieren