Theater

V wie Verfassungsschutz

Verfassungsschutz - was ist das eigentlich, was macht der und brauchen wir ihn überhaupt? Mit diesen Fragen hat sich das Kölner Theater-Ensemble nö-theater auseinandergesetzt und das Satirestück "V wie Verfassungsschutz" entwickelt.
Drei Menschen stehen vor einer Wand
Das Theater-Ensemble nö-theater ist heute zu Gast in Leipzig

Seit dem Bekanntwerden der NSU-Mordserie ist das Bundesamt für Verfassungsschutz immer umstrittener. In Anbetracht des Versagens der Behörde stellt sich die Frage: Brauchen wir den Verfassungsschutz überhaupt noch, wenn er seine Aufgabe, die freiheitliche demokratische Grundordnung der Bundesrepublik zu wahren, offensichtlich nicht erfüllen kann? Laut Angaben des Verfassungsschutzes halten drei Viertel der Bevölkerung den deutschen Inlandsgeheimdienst für wichtig und notwendig. Das junge Theater-Ensemble nö-theater aus Köln antwortet in ihrem Stück "V wie Verfassungsschutz" auf diese Frage jedoch ganz eindeutig mit „NÖ!“.

Politische Satire

Durch intensive Recherche, Interviews, Beobachtungen und mit Hilfe von Biografien und Dokumentationen entstand ein politisches Satirestück vom Feinsten. "V wie Verfassungsschutz" übt mit theatralen Mitteln politische Kritik an der, wie sie selbst sagen, unfähigen Behörde. Die Schauspieler Talke Blaser, Felix Höfner und Asta Nechajute inszenieren auf groteske Weise die Skandale und eklatanten Ermittlungsfehler des Amtes seit der Gründung im Jahr 1950. Sie stellen beispielsweise die fünf peinlichsten Fälle für den Verfassungsschutz dar: Schmücker-Mord, Peter Urbach, das Celler Loch, NPD-Verbotsverfahren und die NSU Morde. Immer mit dabei ist das selbst erfundene Maskottchen des Verfassungsschutzes Leo Lupix. "Uns war im Vorfeld nicht bewusst, dass es so satirisch wirkt". Für jede Szene, die sie entwickelten, hatten sie sich vorgenommen ernster zu werden, aber "Es hat überhaupt nicht mehr funktioniert, weil wir den Verfassungsschutz an sich einfach nicht mehr Ernst nehmen konnten." erklärt Felix Höfner.

Wiederholt ausgezeichnet

Das Stück von Regisseur Janosch Roloff, welches 2012 Premiere feierte, wurde unter anderem mit dem Kurt-Hackenberg-Preis für politisches Theater 2012 und dem Publikumspreis beim internationalen Theaterfestival „ARENA... der jungen Künste 2013“ ausgezeichnet. Zurzeit tourt die Gruppe das nö-theater mit „V wie Verfassungsschutz“ durch Deutschland und ist heute Abend in Leipzig zu Gast.

Moderatorin Isabelle Klein im Gespräch mit den Schauspielern des Ensambles nö-theater
nö-theater
 

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