Anschlag auf Justizminister

Urteil im Fall Gemkow

Fenstersplittern, dann der unangenehme Geruch von Buttersäure: Sebastian Gemkow, Justizminister von Sachsen, wurde in einer Novembernacht 2015 in seiner Wohnung böse überrascht. Nun ist ein Urteil gegen einen der Beteiligten erlassen worden.
Nach dem Anschlag sind Sebastian Gemkow und seine Familie umgezogen.

Im Prozess gegen die beiden Angeklagten, welche einen Anschlag auf die ehemalige Wohnung des sächsischen Justizministers verübt hatten, ist heute das Urteil verkündet worden. Einer der Angeklagten wurde zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt, den Anderen sprach man frei.

Buttersäure in der Wohnung

Im November 2015 flogen Pflastersteine in die Wohnung des sächsischen Justizministers. Zwei Männer warfen anschließend auch Buttersäure durch die kaputten Fenster. Gemkow und seine Familie waren zu der Zeit in der Wohnung. Verletzt wurde allerdings niemand.

DNA-Spuren, welche in der Nähe des Tatorts gefunden wurden, hatten die Ermittler zu den beiden Angeklagten geführt. Der Prozess begann Anfang am 7. August diesen Jahres. Die Anklage lautete versuchte gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung. Staatsanwalt Ricardo Schulz plädierte bei dem einem Angeklagten auf Freispruch, da diesem eine Beteiligung nicht nachzuweisen sei. Für den anderen forderte er jedoch eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren. Es müsse hier ein deutliches Zeichen gesetzt werden, so Schulz.

Gemkow war nicht das Ziel

Wie sich im Laufe des Prozesses herausstellte, war Gemkows Wohnung ursprünglich nicht das Ziel des Anschlages gewesen. Eigentlich wollten die beiden als Teil einer größeren Gruppe eine linksgerichtete Wohngemeinschaft attackieren, verfehlten jedoch das Fenster. Der Verurteilte soll Verbindungen zur rechten Fußballszene haben, zu dem zweiten Angeklagten ist nichts bekannt. Es ist noch unklar, ob der Verurteilte gegen das Urteil vorgehen wird.

Die Informationen können Sie auch im Beitrag von mephisto 97.6-Redakteurin Peggy Fischer nachhören:

Ein Beitrag von Peggy Fischer.
 
 

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