Teilhabegesetz

Unterstützung mit Hindernissen

Weit über 50.000 Menschen mit einer schweren Behinderung leben in Leipzig. Sie alle sind vom neuen Bundesteilhabegesetz betroffen. Das Gesetz soll eigentlich helfen, viele Behinderte sehen sich dadurch aber eher weiter eingeschränkt.
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Das Gesetz soll Möglichkeiten für mehr Leistungen schaffen, die dann auch für mehr Menschen mit Behinderung zu Verfügung stehen. Inbegriffen sind Angebote zur Mobilität, Assistenz und Unterstützung bei der Arbeit. 

Mehr Freiheit oder mehr Einschränkung? 

Als problematisch wird allerdings die strukturelle Veränderung bei der Versorgung mit persönlicher Assistenz angeprangert. Anders als bisher gibt es nun einen Pool mit Hilfspersonal, aus dem der Betroffene nicht selbst aussuchen kann, wer ihm Unterstützung leistet. Dabei kommt meist auch mehr als ein Assistent auf einen Behinderten. Dieser Personalmangel stellt Schwierigkeiten für Menschen dar, die ihren Assistenten dann direkt teilen müssen. Schon ein einfacher Kinobesuch müsste somit beispielsweise koordiniert werden. Wer einen Assistenten braucht, lebt oft in einer eigenen Wohnung. Auch hier fühlen sich viele Betroffene von dem neuen Gesetz eingeschränkt. So ist es jetzt möglich, dass Leistungen für eine Wohnung gekürzt werden, wenn sie die Kosten für einen Platz im Heim übersteigen würden. 

Weniger Kürzungen bei höherem Vermögen

Ein positiver Aspekt des Gesetzes ist die Neuregelung für den Einbezug des Vermögens und Einkommens des Partners zur Berechnung des Leistungsanspruches. Laut Gesetz werden diese Finanzen nicht mehr eingerechnet, was den Beziehungsalltag vieler Paare entlasten dürfte. Auch das eigene Vermögen darf nun wesentlich höher ausfallen, ohne die bezogenen Leistungen zu beeinflussen. Von aktuell 2.600 Euro steigt die zugelassene Höhe auf 27.600 und ab 2020 auf bis zu 50.000 Euro.

Redakteurin Nina Ulke berichtet über die Einzelheiten des Bundesteilhabegesetzes: 

Redakteurin Nina Ulke über das Teilhabegesetz
 
 

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Tabea Brandt
28.06.2016 - 19:56