GameCheck: Underworld Ascendant

Unterirdische Unterwelt

Bereits seit Mitte November ist das Action- Rollenspiel "Underworld Ascendant" für PC, PS4 und XBOX ONE verfügbar. Ob es sich lohnt, dafür Schwert und Bogen in die Hand zu nehmen, erfahrt ihr hier.
Underworld Ascendant
Nette Optik, doch wenig dahinter

Ein großes Erbe

Im Jahr 1981 startet der Entwickler Origin Systems mit dem Spiel "Ultima" eines der langlebigsten Computerspiel- Franchises der Spielegeschichte. Das fiktive Britannia orientierte sich am Europa des Mittelalters und vermischte es mit Fantasy-Elementen, beispielsweise bekannt aus Tolkien´s "Herr der Ringe". Über 20 Fortsetzungen und Ableger später begann im Jahr 2014 schließlich die Entwicklung von "Underworld Ascendant", der dritten Fortsetzung des Ablegers "Ultima Underworld". Ende des vergangenen Jahres wurde es schließlich veröffentlicht.

Story

Viel Hintergrundgeschichte gibt es eigentlich nicht. Der Spieler erwacht in der Unterwelt Britannia´s, dem stygischen Abgrund und wird sofort von dem blau leuchtenden Geistwesen Caibirius mit Exposition überschüttet. Offenbar gibt es einen bösen Zauberer namens Typhon, der mit seiner Zombiearmee auf dem Vormarsch ist und die Fraktionen der Unterwelt könnten ihn zwar besiegen, sind aber zerstritten und tun stattdessen lieber gar nichts gegen den drohenden Untergang ihrer Zivilisation. Es ist die Aufgabe des Spielers, die zerstrittenen Völker der Dunkelelfen, Zwerge und Shambler, einer Rasse intelligenter Pilze, zu vereinen und Typhon zu besiegen.

Spielwelt

"Underworld Ascendant" findet ausschließlich im stygischen Abgrund, der Unterwelt Britannias, statt. Er besteht aus einer Kombination aus befestigten Räumen und Gängen aus gemauertem Stein und natürlich entstandenen Höhlen mit Gängen und Winkeln. Diese Verbindung gibt dem Spiel einen eigenen Look und dennoch wirkt die Welt leer und tot. Es gibt kaum andere Figuren, auf die man trifft und wenn, dann sind sie lediglich Händler, die Gegenstände verkaufen oder Erfahrungspunkte gegen Fähigkeiten eintauschen.

Die einzige Figur, die mehr als einen Satz mit dem Spieler redet, ist der Geist Caibirius, der aber zum Tutorial-Werkzeug des Spieles verkommt. Hin und wieder fällt mal ein Nebensatz, der zeigt, wie reich und vielseitig die Welt von Ultima eigentlich ist, doch das Spiel macht sich nicht die Mühe, das zu transportieren. Es ist fast schon bemerkenswert, wie lieblos eine Welt gestaltet sein kann, die auf ein so reiches Fantasy-Universum, wie das von Ultima zurückgreifen kann.

Gameplay

In einer unterirdischen Festung kann der Spieler Missionen auswählen und mit ihrer Durchführung die Gunst des Volkes  gewinnen, das sie vergeben hat. Dies bringt einem Vorteile beim Kauf von bestimmten Waffen und Tränken. Der potentiell sehr interessante Strategieaspekt dieses Features wird überschattet von den Missionen, die zwar verschiedene Ziele, wie zum Beispiel das Erlangen verlorenen Wissens, haben, doch in ihrer Essenz stets auf den Hauptaspekt des Spieles hinauslaufen: Zombies töten.

Das Kampfsystem gliedert sich in drei Bereiche: Nahkampf, Fernkampf und Magie. Da es keine herkömmlichen Klassen gibt, ergibt sich die Kampfstrategie aus der Verteilung der Erfahrungspunkte in diesen drei Bereichen. Fernkampf ist zeitgleich auch der Anlaufpunkt für alle, die ein schleichendes Vorgehen bevorzugen. So gibt es zum Beispiel Wasserpfeile mit denen sich Fackeln ausschießen lassen. Während Nah- und Fernkampf recht gut funktionieren, bekommt der Spieler mit Magie, insbesondere mit Zauberstäben, schnell Probleme, da Zauber oftmals nicht tun, was sie sollen und obendrein nicht leicht zu handhaben sind, was gerade im Kampf schnell zu Problemen führt. Auch die Taktik des Schleichens kann tückisch sein. Auch wenn der Spieler sich still und leise im äußersten Schatten bewegt, kann er von einem Gegner gesehen werden. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Fälle, in denen sie einfach am Spieler vorbeilaufen, obwohl dieser direkt neben ihnen im Licht steht.

Grafik & Sound

Die Optik von "Underworld Ascendant" ist in einem einfachen, comichaften Stil gehalten. Die Oberflächen sind nicht sonderlich detailreich und wirken oft kantig. Die farbenfrohen Lichtverhältnisse sorgen immerhin für eine mystische Fantasy-Stimmung.

Die Geräusche wirken billig und repetitiv. Schlägt man auf einen Gegner ein, bekommt man immer den gleichen Missklang präsentiert und oftmals passt das gehörte Geräusch nicht zu dem Gegenstand, der es erzeugen soll. So klingt manchmal Holz wie Metall und umgekehrt.

Fazit

"Underworld Ascendant" wirkt nicht wie ein fertiges Spiel. Die Story ist unausgegoren und klischeehaft, die Spielwelt ist leer und lieblos und der wichtigste Aspekt, das als vielseitig gedachte Kampfsystem, funktioniert nur zur Hälfte. Infolgedessen macht es keinen Spaß und fühlt sich nach den ersten Minuten mehr und mehr nach Arbeit an. Eventuell könnte ein hartgesottener Ultima-Fan, der mit der Geschichte der Welt vertraut ist, einen Funken Spaß aus diesem Spiel herausschlagen, alle anderen, bleiben vorerst besser in der Oberwelt.

Den Beitrag zum Nachhören findet ihr hier:

"Underworld Ascendant", ein GameCheck von Johannes Bundemann

Das Gespräch führten Till Schäbitz und Johannes Bundemann

Underworld Ascendant - Johannes Bundemann
 

Kommentieren

Johannes Bundemann
11.02.2019 - 12:51
  Games