Schulsozialarbeit

Und wer kümmert sich darum?!

Der Stadtelternrat Leipzig fordert mehr Sozialarbeiter in Schulen. Die Petition "Schule braucht Sozialarbeit" wird sowohl an die Kultus- als auch an die Sozialministerin übergeben. Denn wer war noch gleich für die Schulsozialarbeiter verantwortlich?
Schulsozialarbeiter beraten und betreuen Schüler bei Fragen, die außerhalb des Unterrichts entstehen.

Knapp 8000 Unterschriften hat der Stadtelternrat Leipzig mit der Unterstützung des Landeselternrates Sachsen gesammelt. Für ein Volksbegehren wird das nicht reichen, aber die vielen Unterschriften reichen aus, um in der Politik auf ein Thema aufmerksam zu machen: Die Schulsozialarbeit.

Warum Schulsozialarbeiter?

Schulsozialarbeiter unterstützen und helfen bei Problemen und Konflikten rund um den Schulalltag. Sie beraten unter anderem Schüler und Lehrer, führen präventive Konflikttrainings in Klassen durch oder vermitteln weiterführende Hilfsangebote - auch für Eltern.

Andreas Geisler ist der Vorsitzende des Stadtelternrates Leipzig. Für ihn ist die Schulsozialarbeit gerade für die Verringerung der Anzahl der Schulabbrecher wichtig.

Schulsozialarbeit kann dem massiv entgegenwirken kann, weil die Schulsozialarbeiter die Kinder als Ganze sehen. in ihrem kompletten Umfeld. Sie haben keinen Bildungsauftrag und können den Kindern helfen, im Schulalltag klar zu kommen. Andreas Geisler, Vorsitzender des Stadtelternrates Leipzig

Die Forderungen der Petition

Doch Schulsozialarbeit ist laut Stadtelternrat ein viel zu seltenes Angebot. Es muss flächendeckender und schulübergreifender sein, fordert der Rat. Deshalb wurde die Petition "Schule braucht Sozialarbeit" verfasst. Politisches Ziel sind drei zentrale Forderungen:

  1. Schulsozialarbeit gehört an jede sächsische Schule.
  2. Schulsozialarbeit muss dauerhaft vom Land finanziert werden.
  3. Schulsozialarbeit muss unabhängig bleiben.

Die Petition unterschrieben unter anderem auch der Altoberbürgermeister Tiefensee und der Zoodirektor Junhold.

Kultur oder Soziales?

Eingereicht wird die Petition beim Landtag. Dort geht sie dann den offiziellen Weg über den Petitionsausschuss und wird bearbeitet. Gleichzeitig wird eine gedruckte Fassung sowohl der Kultusministerin Brunhild Kurth, als auch der Sozialministerin Christine Clauß überreicht. "Als eine Art Zeichen, ein Symbol", betont Andreas Geisler. Denn beide Ministerien finden zwar Schulsozialarbeit grundsätzlich sinnvoll, schieben aber die Verantwortung dafür immer hin und her. So waren auch beide Ministerien nicht zu Stellungnahmen bereit.

Schulsozialarbeit ist wichtig, trotz Bestnoten für das Landesbildungssystem beim Bildungsmonitor (mephisto 97.6 berichtete). Das haben die Eltern der Leipziger Schüler richtig erkannt. Einzig die Ministerien scheinen sich nicht ganz einig zu sein, wer dafür überhaupt verantwortlich ist.

 

mephisto 97.6 - Reporterin Anna Fischer im Gespräch mit Moderatorin Isabelle Klein.
Schulsozialarbeit
 

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StadtElternRat (SER)

Legitimierte Vertretung aller Eltern deren Kinder eine Schule der Stadt Leipzig besuchen.