Filmrezension: "Happy Deathday"

Und täglich grüßt der Serienkiller

Nicht so ganz ein Slasherfilm, nicht so ganz eine Komödie. 'Happy Deathday' ist ein bisschen was von beidem und nimmt sich dabei die Klischees des Slasher-Genres zu Herzen.
Happy Deathday
Tree setzt sich zur Wehr

Ein Slasher-Film mit einer Altersfreigabe ab zwölf Jahren? Wo sind das Blut und die Gedärme? Jedenfalls nicht in "Happy Deathday" zu finden. Aber eigentlich ist der Film auch eher eine Horror-Komödie, Romcom und Coming-Of-Age Story, in der es eben auch zufällig einen Massenmörder gibt. Der Film mag von vorn bis hinten vorhersehbar sein, aber zumindest nimmt er es mit Humor.

Viel Tod, wenig Blut

Tree (Jessica Rothe) ist eine ganz normale Collegestudentin, wenn auch besessen von ihrem guten Ruf und zu so ziemlich jedem herablassend. Am Morgen ihres Geburtstages wacht sie verkatert in der Studentenbude des schüchternen Carter auf. Als wäre der folgende Walk Of Shame über den Campus nicht schlimm genug, wird Tree am Abend auch noch von einem maskierten Unbekannten ermordet… nur um erneut in der Studentenbude von Carter aufzuwachen. Schnell merkt Tree, dass sie in einer Zeitschleife gefangen ist und so lange ihren Geburts-/Todestag durchleben muss, bis sie es schafft, ihrem Killer zu entkommen.

"Und täglich grüßt das Murmeltier" lässt… tja, grüßen! Damit ist eigentlich auch schon klar, wie Happy Deathday abläuft: Der Film verteilt fröhlich (teils fehlleitende) Hinweise darauf, wer denn nun der Mörder ist, während Tree lernt, ihre Mitmenschen zu schätzen und ein besserer zu Mensch werden.

Dutzende Male schafft sie es nicht, ihren Tod zu verhindern - obwohl sie immerhin manchmal den Versuch wagt, sich zu wehren.

Happy Deathday
Tree and Carter sitting in a tree... Moment.

Dann wird sie erstochen, erschlagen, gehängt und in die Luft gejagt. Das Ganze geht erstaunlich jugendfrei ab. Blut sieht man, wenn überhaupt, nur mal am Messer des Mörders und auch auf ausgedehnte Sterbeszenen verzichtet Happy Deathday. Dafür räumt der Film mehr Zeit ein, um eine Romanze mit Carter aufzubauen, oder augenzwinkernd ein Klischee nach dem anderen aufzutischen – die mit Abstand beste Szene des Films ist die (mit dem Song "Confident" von Demi Lovato unterlegte) Montage, in der Tree versucht, die Identität ihres Mörders zu erfahren. Hauptsächlich entdeckt sie dabei peinliche Geheimnisse ihrer Mitmenschen. Die sind zwar allesamt komplett übertrieben, geben dem Film aber die nötige Auflockerung.

Nicht wirklich tiefgründig

Dafür scheitert Happy Deathday eher an seinen ernsteren Momenten. Die Tatsache, dass Tree von Tag zu Tag schwächer wird, hätte dem Film einiges an Spannung verleihen können, wird aber eigentlich nur in einem der Tagesdurchläufe relevant und dann gekonnt wieder ignoriert. So ist der Film trotz solcher Ideen auch einfach zu repetitiv, um durchgehend die Aufmerksamkeit des Zuschauers zu halten.

Der Film ist ein wenig von allem, aber auch nichts so ganz. Nicht genug Blut für einen Slasherfilm, nicht genug Humor für eine Komödie. Zumindest nimmt er sich selbst nie zu ernst. So bleibt er zwar letztlich komplett unüberraschend, spielt mit seinen Klischees aber auf unterhaltsame Weise.

 

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Eleen Reinke
22.11.2017 - 16:24
  Kultur